22.10.2018, 12:39 Uhr

Preisverleihung für besonders effiziente Geothermie-Anlagen

München – Beim Praxisforum Geothermie.Bayern vom 16. bis 18. Oktober 2018 wurden die besten Geothermieanlagen mit dem Geothermischen Energiepreis Bayern ausgezeichnet. Einen Preis gab es auch für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Geothermieforschung.

Bayern bietet hervorragende geologische Voraussetzungen, um die Tiefengeothermie wirtschaftlich nutzen zu können. Das dokumentieren auch die Projekte, die jetzt den Geothermischen Energiepreis Bayern erhalten haben.

Besonders effiziente Anlagen ausgezeichnet

Aktuell nuten in Bayern 22 geothermische Anlagen mit einer elektrischen Leistung von über 30 Megawatt (MW) und einer thermischen Leistung von 300 MW die Energie des Untergrundes. Vier weitere Anlagen sind im Bau. Besonders effizient arbeitende Anlagen haben jetzt den Geothermischen Energiepreis Bayern erhalten. Entscheidend für die Wahl war die Produktion im Jahr 2017.

Im Stromsektor wurde das 2014 in Betrieb gegangene Geothermiekraftwerk Sauerlach der Stadtwerke München ausgezeichnet. Sauerlach verfüge über ein gutes Konzept, eine gute Erschließung und eine gute Planung, so Jörg Uhde, Geschäftsführer der Pfalzwerke geofuture GmbH in seiner Laudatio. Beste Anlage in der Kategorie Wärme ist das Heizwerk Pullach.

„Die Ergebnisse sind beeindruckend“, so Dr. Jochen Schneider, Geschäftsführer von Enerchange, bei der Preisverleihung. „Wir haben bei den besten Wärmeprojekten 8.760 und bei dem besten Stromprojekt 8.584 Volllaststunden jährlich, das ist mehr als bei allen anderen Energieerzeugungsanlagen.“

Betont wurde neben der besonderen Performance der jetzt ausgezeichneten Anlagen jedoch auch, das insgesamt sehr gute Zusammenspiel der Betreiber, um die Branche weiter voranzubringen. Insgesamt wurden in den geothermischen Wärmeanlagen 2017 rund 900 Millionen kWh (Mio. kWh) Wärme erzeugt. Dies reicht, um mehr als 40.000 Haushalte zu versorgen und spart 225.000 Tonnen CO2 ein. In den fünf geothermischen Kraftwerken Bayerns wurden 2017 zudem rd. 136 Mio. kWh grundlastfähigen Strom erzeugt. Damit könnten knapp 45.000 Haushalte mit Energie versorgt werden und 70.000 Tonnen klimaschädlicher Emissionen eingespart werden.

Christian-Hecht-Preis ehrt Nachwuchswissenschaftler

Erstmalig wurde dieses Jahr der Christian-Hecht-Preis verliehen, der Nachwuchswissenschaftler im Bereich angewandte Geothermie-Praxis auszeichnet. Ermittelt wurde die beste angewandte nachwuchswissenschaftliche Arbeit durch einen fünfköpfige Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Ausgezeichnet wurde Elena Mraz für ihre Arbeit zur Reservoircharakterisierung, um Explorationskonzepte im oberen Jura des südlichen bayerischen Molassebeckens zu verbessern.

Quelle: IWR Online

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