14.12.2018, 09:41 Uhr

Meyer Burger erhält Großauftrag für PV-Produktionslinie

Thun- Der Schweizer Solarausrüster Meyer Burger kann einen ersten Großauftrag für seine neue PV-Produktionsplattform verzeichnen. Der Kunde kommt nicht aus China.

Meyer Burger Technology AG hat einen strategischen Großauftrag für ihre Heterojunction (HJT) und SmartWire Zellverbindungstechnologie (SWCTTM) unterzeichnet. Die im RENIXX World gelistete Meyer-Burger Aktie legt um über 15 Prozent zu. Dennoch bleibt für Meyer Burger der Markt für PV-Ausrüstung auch weiterhin eine Herausforderung.

600 MW PV-Produktionslinie von Meyer Burger

Ein führendes, nicht-chinesisches Solarunternehmen hat die Kernausstattung für eine integrierte 600 MW Heterojunction- und SWCTTM-Produktionslinie bestellt. Mit diesem Auftrag hat sich der Kunde für die aktuell fortschrittlichste industrielle PV Produktionsplattform entschieden, um Solarmodule mit höchster Watt-Leistung herzustellen, teilte Meyer Burger mit. Die Lieferung beginnt im 1. Quartal 2019, mit geplantem Produktionsstart von Zellen und Modulen in der zweiten Jahreshälfte 2019. Die Gesamtkapazität soll im 1. Quartal 2020 in Betrieb gehen. Das Auftragsvolumen beträgt insgesamt rund CHF 74 Mio.

Heterojunction (HJT) Zellbeschichtungstechnologie für die Produktion von Solarzellen

Die Heterojunction (HJT) Zellbeschichtungstechnologie verbindet die Vorteile kristalliner Silizium-Solarzellen mit denen von Dünnschichttechnologien. Die Solarzellen erzielen dadurch höhere Wirkungsgrade von mehr als 24 Prozent, so Meyer Burger. Weitere Vorteile ergeben sich danach aus dem relativ einfachen Niedertemperatur-Herstellkonzept, das Kosten durch weniger Energie und weniger Produktionsschritte verursacht. Durch die hohe Zelleffizienz und den niedrigeren Temperaturkoeffizienten liefern HJT-Module eine deutlich höhere Stromausbeute als Module mit konventionellen Siliziumsolarzellen.

Die SmartWire-Zellverbindungstechnologie (SWCT™) maximiert den Energieertrag von HJT-Solarmodulen und stellt nach Angaben von Meyer Burger "die perfekte Kombination für die industrialisierte und hocheffiziente Massenproduktionslinie dar". Der Silberverbrauch pro Heterojunction-Solarmodul reduziert sich dadurch um mehr als 50 Prozent für PV Modulhersteller. Mit der dichten Drahtkontaktmatrix erfüllen SWCT™-Module die Anforderungen an eine erhöhte Energiegewinnung, die heutzutage an hocheffiziente Heterojunction-Solarzellen gestellt werden.

Geschäftsentwicklung und Ausblick

Insgesamt ist der PV-Ausrüstermarkt hart umkämpft. Der Margendruck bei PV Standardlösungen unterstreiche die Bedeutung des am 16. Oktober 2018 angekündigten Transformationsprogramms und mache eine verstärkte Auslagerung der Produktionskapazitäten von Meyer Burger nach China umso wichtiger. Für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt Meyer Burger den Nettoumsatz innerhalb der veröffentlichten Guidance von CHF 400 bis 440 Mio. Das EBITDA inklusive Restrukturierungskosten wird voraussichtlich im höheren einstelligen Prozentbereich liegen (frühere EBITDA-Prognose 2018: rund 10%). Nach Abschluss des Transformationsprogramms rechnet Meyer Burger mit einem Nettoumsatzvolumen von rund CHF 250 Mio. damit, dass der Breakeven auf Stufe Nettoergebnis ab dem Geschäftsjahr 2021 erreicht werden kann.

Quelle: IWR Online

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