21.01.2019, 16:32 Uhr

Startschuss für Handel von Wasserstoff-Zertifikaten

München – Neben grünem Strom oder CO2 kann auch Wasserstoff im Rahmen eines Zertifikatesystems gehandelt werden. In dem Pilotprojekt „CertifHy“ haben die Partner jetzt einen wichtigen Meilenstein für den Handel mit grünem Wasserstoff auf EU-Ebene erreicht.

Seit 2014 läuft das Projekt CertifHy zur Entwicklung eines EU-weiten Systems für Herkunftsnachweise für grünen Wasserstoff. Nach der Entwicklung allgemeingültiger Definitionen und dem Aufbau eines Herkunftsnachweissystems hat jetzt die Pilotphase für die Vermarktung von Herkunftsnachweisen begonnen.

Über 75.000 Herkunftsnachweise für Initialisierung eines Wasserstoffmarktes registriert

In der ersten Projektphase des Projektes CertifHy „Entwicklung des 1. EU-weiten Herkunftsnachweissystems (GO-Systems) für grünen Wasserstoff“ wurde von 2014 bis 2016 zunächst eine europaweit Definitionen für grünen Wasserstoff und CO2-armen Wasserstoff sowie ein Herkunftsnachweissystem inkl. Implementierungsfahrplan entwickelt. In der aktuellen Projektephase sollen die Herkunftsnachweise (HKN) für grünen Wasserstoff näher an den Markt gebracht werden. Dazu wurde ein Test mit über 75.000 Herkunftsnachweisen gestartet, die in das Register eingestellt wurden und jetzt auf dem Markt erhältlich sind. Damit ist in Europa wichtiger Schritt zum Aufbau eines neuen und transparenten Wasserstoffmarktes erreicht, der als Roh- und Kraftstoff v.a. in der Industrie und im Verkehr zum Einsatz kommt.

HKN-System für Wasserstoff soll neue Anreize für Wasserstoffeinsatz stützen

Der Erwerb von CertifHy-Herkunftsnachweisen für Grünen („Green“) oder CO2-armen („Low Carbon“) Wasserstoff soll es den Endnutzer ermöglichen, erneuerbare Energien EU-weit und standortunabhängig zu nutzen und die Treibhausgasbilanz zu verbessern. Die Herkunftsnachweise belegen dem Käufer, dass der Wasserstoff mit Hilfe erneuerbarer Energiequellen (HKN-Typ „Green Hydrogen“) oder kohlenstoffarmer Energiequellen (HKN-Typ „Low Carbon Hydrogen“) produziert wurde.

Dabei soll das CertifHy-Nachweissystem Verbrauchertransparenz gewährleisten und neue Anreize für den Einsatz von grünem und CO2-armem Wasserstoff schaffen. Im CertifHy-Pilotversuch werden die Ausgestaltung, die Abläufe und der Betrieb des CertifHy-Systems, die den Nutzern entstehenden Kosten, das IKT-System und andere Elemente getestet. Die Ergebnisse des Pilotversuchs sollen dann in die Ausarbeitung des finalen Systems einfließen, das für März 2019 angekündigt ist.

Teilnehmer des Pilotversuchs und damit Aussteller der Herkunftsnachweise sind der Energieversorger Uniper und die vier Wasserstoffunternehmen Air Liquide und Air Products, Nouryon sowie das Handelsunternehmen Colruyt Group. Wasserstoffnutzer sind dazu aufgerufen, sich an dem Pilotversuch zu beteiligen und Herkunftsnachweise zu erwerben.

Über das Projekt CertifHy

Das CertifHy-Projekt „Entwicklung des 1. EU-weiten Herkunftsnachweissystems für grünen Wasserstoff“ wird von einem Konsortium unter der Leitung von HINICIO durchgeführt. Konsortialpartner sind GREXEL, Ludwig Bölkow Systemtechnik (LBST), TNO und TÜV SÜD. Finanziert wird das Projekt vom Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU), einem europäischen gemeinsamen Unternehmen (öffentlich-private Partnerschaft) für Brennstoffzellen und Wasserstoff.

Das CertifHy-System von Herkunftsnachweisen wird schrittweise in enger Abstimmung mit der CertifHy Stakeholder Plattform und den thematischen Arbeitsgruppen entwickelt. Dies geschieht unter Mitwirkung aller EU-Stakeholder, die an Herkunftsnachweisen für grünen und CO2-armen Wasserstoff interessiert sind. Die Stakeholder-Plattform dient dabei als Forum für die Herkunftsnachweise von grünem Wasserstoff und als Kommunikationskanal für die Gestaltung des laufenden CertifHy-Projekts.

Quelle: IWR Online

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