04.03.2019, 10:08 Uhr

Forschung: Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintersport

Köln - Forscher europäischer Wetter- und Klimaforschungseinrichtungen haben in einem gemeinsamen Positionspapier Stellung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintersport genommen. Im Ergebnis steht eine gemeinsame Aussage von 14 führenden wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Auf Anregung und Initiative der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), des Karlsruher Instituts für Technologie (Institute of Meteorology and Climate Research) und der Deutsche Sporthochschule Köln (Institute of Outdoor Sports and Environmetal Science) ist erstmals ein gemeinsames Positionspapier zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintersport erstellt worden.

Temperaturanstieg bringt veränderte Rahmenbedingungen und Unsicherheit

Das Positionspapier ist ein Ergebnis des Expertenforums Klima.Schnee.Sport, das im Oktober 2018 auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus/Zugspitze sowie im Januar 2019 in Ruhpolding stattfand. Die Experten sind sich in der Erwartung einig, dass die Jahresmitteltemperatur im Alpenraum und in den Mittelgebirgen bis zum Ende des Jahrhunderts um mindestens weitere zwei Grad Celsius steigen wird. Die Zunahme der Temperatur betrifft alle Jahreszeiten. Nur durch Umsetzung von tiefgreifenden Maßnahmen zur Emissionsreduktion, wie im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 vorgesehen, kann dieser Wert unterschritten werden, heißt es. Dabei ist der Klimawandel für den Wintersport in seiner touristischen und spitzensportlichen Ausprägung unauflöslich verbunden mit veränderten Rahmenbedingungen und Unsicherheiten, stellen die Experten fest.

Natürliche Schneedecke geht langfristig zurück - Kernmonate Januar und Februar weniger betroffen

Als Folge der Erwärmung wird die für den Schneesport geeignete natürliche Schneedecke langfristig (bis 2100) bis in mittleren Lagen im Alpenraum und in den Mittelgebirgen weiter zurückgehen, so die Experten. Dabei verkürzt sich die Dauer der Schneebedeckung im Spätwinter um Wochen, etwas weniger stark auch im Frühwinter. Die eigentlichen wintertouristischen Kernmonate Januar und Februar sind in den Gebieten geringer betroffen. In diesem Zusammenhang ändern sich ebenfalls die klimatologischen Rahmenbedingungen für die technische Schneeerzeugung. Anzahl und Dauer der potentiellen Schneizeiten werden sich verringern. Aussagen zur nahen Zukunft (bis 2050) sind schwieriger zu treffen, denn die zum Teil hohe natürliche Klimavariabilität überlagert den langfristigen Trend, so die Forscher.

Anpassungen an den Klimawandel notwendig

Wintersportverbänden, Wintersportorten, Bergdörfern und Seilbahnbetreibern bietet sich auf dieser Basis die Chance, sich aktiv an der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung „Klimawandel“ mit entsprechenden Maßnahmen zur Anpassung an die Folgewirkungen und Minderung der Treibhausgas-Emissionen zu beteiligen. Zur Sicherung und Weiterentwicklung des Wintersports werden technologische, organisatorische Innovationen und Diversifikation der Angebote nötig sein, heißt in dem Positionspapier. Die Nutzung erneuerbarer Energien müsse gestärkt und die Energie- und Ressourceneffizienz in allen Sektoren des Wintersports gesteigert werden.

Quelle: IWR Online

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