18.03.2019, 14:47 Uhr

Mit flexiblen Biogasanlagen in die Post-EEG Ära

Föhren - Viele Landwirte haben sich bereits vor Jahren mit dem Betrieb einer Biogasanlage ein zweites Standbein geschaffen. Nicht nur für die Zeit nach der EEG-Festvergütung wird eine Anlagen-Flexibilisierung zunehmend wichtiger und interessanter.

Biogasanlagen produzierten den Strom in der Grundlast und damit bisher weitgehend rund um die Uhr. Mit einem Umbau hin zu einer Fahrplan-Betriebsweise lassen sich die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.

Ökobit erweitert und rustet Biogasanlage auf

Der Hersteller von Biogasanlagen, die Ökobit GmbH aus Föhren, hat in Zweibrücken eine 500 kW Biogasanlage der BioEnergie GbR Glahn Heilbachhof umgerüstet. Seit der Inbetriebnahme 2007 werden hier jährlich rund 9.000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) und 3.000 Kubikmeter Schweinegülle in Biogas umgewandelt. Mit einer Aufrüstung um eine 1,5 MW Anlage auf jetzt 2 MW Gesamtleistung ist nun eine so genannte Fahrplan-Betriebsweise möglich. Unter anderem musste dafür das Gasspeicher- und Gasleitungssystem erweitert werden. Es erfolgte zudem die Umrüstung der beiden bestehenden Blockheizkraftwerke (BHKW) für den Flexibilisierungsbetrieb sowie die Anbindung der vorhandenen sowie eines zusätzlichen BHKW an einen neuen Warmwasser-Pufferspeicher. Nach dem Erhalt der Genehmigung konnte der Umbau in nur drei Monaten realisiert werden.

Biogasanlagen-Flexibilierung: Strom zu höheren Preisen einspeisen

Mit den größeren Speichern und der höheren Leistung ist der Betrieb nunmehr in der Lage, zu Hochpreiszeiten höhere Verkaufserlöse an der Börse zu erzielen. Die Gesamtanlage ist so konzipiert, dass die drei Motoren in der Gasspeicherphase bis zu 9,5 Stunden ausgeschaltet bleiben können, um dann bei Bedarf etwa 2,5 Stunden für die Spitzenstromproduktion mit der komplett verfügbaren Leistung von 2 MW betrieben zu werden. Möglich macht dies die intelligente, flexible Anlagensteuerung "Smartcontrol" von Ökobit. Diese sorgt dann dafür, dass sich die gesamte Anlage entsprechend den Vorgaben des Stromvermarkters auf den enstprechenden Leistungswert einstellt. Christian Glahn von der BioEnergie GbR Glahn Heilbachho ist mit dem Ergebnis der Umrüstung vollauf zufrieden: „Wenn die Rahmenbedingungen passen, kann ich Energiewirten eine Flexibilisierung nur dringend empfehlen. Der Trend geht einfach zur Stromproduktion in die Zeitintervalle, wo der Bedarf am höchsten ist und der Strom somit am besten vermarktet werden kann.“

Quelle: IWR Online

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