11.04.2019, 10:52 Uhr

Daimler erhält Rekordauftrag für elektrische Busse

Stuttgart - Seit dem Herbst 2018 ist der elektrische Stadtbus Mercedes Benz eCitaro auf dem Markt. Ein Großauftrag kommt jetzt für Daimler aus der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH (kurz ESWE Verkehr) mit Sitz in Wiesbaden haben eine Großbestellung für elektrische Busse bei Daimler platziert. Der Auftrag geht über die Buslieferung deutlich hinauss.

Daimler liefert Elektrobusse an die ESWE Verkehr und baut den Betriebshof um

Daimler liefert an die ESWE Vekehr nicht nur 56 elektrische Busse der Marke Mercedes Benz eCitaro. Als Anbieter ganzheitlicher Lösungen für Elektromobilität liefert Mercedes?Benz nicht nur die Elektrobusse, sondern übernimmt auch den Umbau des Betriebshofs, die Auslegung und Errichtung der Lade-Infrastruktur sowie das Lademanagement.

Wiesbaden stellt mit dem Auftrag innerhalb von kurzer Zeit ein Fünftel seines Omnibusfuhrparks auf Elektromobilität um. Die ersten 10 E-Busse werden 2019 ausgeliefert, der Rest folgt im Jahr 2020.

E-Busse mit Lithium-Batterien und mit Feststoffbatterien

Die ersten 15 eCitaro für Wiesbaden erhalten Lithium-Ionen-Batterien der aktuellen Generation. Es handelt sich um Batterien mit NMC-Technologie (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Zellen). Jeder eCitaro verfügt über zwölf Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von 292 kWh. Die weiteren 41 eCitaro erhalten Feststoffbatterien. Mit dieser neuen Batterietechnologie gehört der eCitaro zu den Pionieren im Automobilbau. Feststoffbatterien zeichnen sich durch eine sehr hohe Energiedichte aus. Sieben Batteriepakete stehen in diesem Fall für eine enorme Batteriekapazität von 441 kWh. Damit legt der eCitaro selbst unter der besonders schweren Randbedingung des rein elektrischen Heizens im Winter mehr als 200 km nach SORT 2 zurück. Alle 56 Omnibusse werden per Stecker im Depot geladen.

Premiere in Deutschland - Generalunternehmerschaft aus einer Hand

Als Besonderheit übernimmt Daimler im Rahmen dieses Auftrags die Generalunternehmerschaft als Lieferant des Gesamtsystems einschließlich Baumaßnahmen für die Infrastruktur. In diesem Rahmen wird der bestehende Betriebshof umgeplant, umgebaut und schrittweise mit Ladesäulen für die Omnibusse ausgestattet. Die Aufgaben umfassen sogar die Errichtung der Trafostation zur Umformung des Stroms von Mittel- auf Niederspannung sowie die Kabelverlegung auf dem Gelände. Bestandteil des Auftrags ist ebenfalls das Lademanagement. Es wird zusammen mit dem Partnerunternehmen IVU Traffic Technologies aus Berlin zugesteuert.

Quelle: IWR Online

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