28.08.2019, 15:45 Uhr

Offshore-Windpark in Frankreich geht in die nächste Runde

Zwijndrecht, Belgien / Vélizy-Villacoublay, Frankreich - Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Frankreich gewinnt zunehmend an Dynamik. Ein belgisch-französisches Konsortium hat jetzt den Großauftrag für die Errichtung der Fundamente des Offshore-Windparks Saint-Nazaire erhalten.

Nach der Vergabe des Offshore-Windpark-Projektes Saint-Nazaire in Westfrankreich im Jahr 2011 geht das Projekt nach mehrjähriger Vorbereitung nun in die Realisierungsphase. Mit der Vergabe des Auftrags über die insgesamt 80 Fundamente des Großprojektes wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Geplant ist es, die Fundamente für das 480 Megawatt (MW)-Projekt bis zum Sommere 2022 fertigzustellen.

Fundament-Auftrag für Windpark mit 480 MW

Das belgisch-französische Konsortium aus dem Spezialisten für Meerestechnik DEME und dem Stahlbauunternehmen Eiffage Métal hat einen Großauftrag über insgesamt 80 Offshore-Fundamente für den Offshore-Windpark Saint-Nazaire erhalten. Der Auftrag mit einem Gesamtvolumen von mehr als 500 Millionen Euro umfasst die Planung, Fertigung und Installation der Fundamente. Eigentümer des Offshore-Windparks Saint Nazaire mit einer Gesamtkapazität von 480 MW sind der französische Energiekonzern EDF und das kanadische Infrastrukturunternehmen Enbridge. Der Standort des Windparks liegt 12 bis 20 km vor der Küste der Halbinsel Guérande in Westfrankreich. Die Planungsaktivitäten für die Errichtung der Fundamente wurden bereits aufgenommen. Die Fertigung soll im Frühjahr 2020 beginnen. Es ist geplant, die ersten Fundamente im Frühjahr 2021 zu installieren. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant.

„Wir fühlen uns geehrt, den ersten großen EPCI-Auftrag für Offshore-Fundamente in Frankreich erhalten zu haben und einen Beitrag zu den ehrgeizigen Zielen des Landes für die Energiewende zu leisten“, so Jan Vandenbroeck, General Manager der französischen Tochtergesellschaften bei DEME anlässlich der Auftragserteilung.

Zum Stand der Offshore Windenergie in Frankreich

Der französische Offshore-Windenergiemarkt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Bislang ist lediglich eine Windenergieanlage mit einer Leistung von 2 MW seit September 2018 offiziell am Netz. In Frankreich wurden allerdings bereits eine Reihe von Offshore-Projekten im Rahmen von Ausschreibungen bezuschlagt.

2011 wurde insgesamt eine Kapazität von 2.000 MW in vier Küstenzonen in Fecamp, Courseulles-sur-Mer, Saint-Crieuc und Saint-Nazaire vergeben. 2013 kamen die Standorte Le Tréport (Seine-Maritime) und Îles d‘Yeu und Noirmoutier (Vendée) mit einer Kapazität von 1.000 MW hinzu.

Am 14. Juni 2019 wurde einem Konsortium von EDF Renewables, Enbridge und Innogy im Rahmen der dritten Ausschreibung der Zuschlag für das Projekt Dunkerque erteilt. Aktuell wird in Frankreich eine weitere Ausschreibungsrunde für eine Leistung von 1.000 MW vor der Küste der Normandie vorbereitet, die im Herbst 2019 gestartet werden soll.

Die im Zuge des französischen Energiekonzeptes „Programmation plurianuelle de l’énergie“ am 25. Januar 2019 veröffentlichten Pläne Frankreichs sehen bis zum Jahr 2028 einen Ausbau der Offshore-Windenergie auf eine Kapazität von bis zu 5.200 MW vor.

Quelle: IWR Online

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