Weltpremiere in Brandenburg: Windpark Mahlsdorf geht mit Nordex N175 ans Netz - Aktie leicht im Plus

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Mahlsdorf - Nordex hat mit der Windkraftanlage N175 einen Turbinentyp entwickelt, der nach Angaben des Herstellers höhere Energieerträge an Standorten mit mittleren Windverhältnissen ermöglicht. Jetzt ist in Brandenburg erstmals ein kompletter Windpark mit diesem Anlagentyp ans Netz gegangen.
Der Windpark Mahlsdorf besteht aus zehn Nordex N175/6.X-Anlagen und wurde von der UKA-Gruppe entwickelt. Das Unternehmen beteiligt die umliegenden Gemeinden zusätzlich zu den gesetzlich geregelten Abgaben durch freiwillige Zahlungen. Das Projekt ist nach Angaben von Nordex weltweit das erste, das vollständig mit dem neuen Turbinentyp realisiert wurde. Die Nordex-Aktie kann heute leicht zulegen und notiert aktuell mit einem Plus von 1,0 Prozent bei 43,70 Euro.
Technologische Premiere mit Nordex N175
Der Windpark Mahlsdorf in Brandenburg ist das erste Projekt weltweit, das vollständig mit dem neuen Turbinentyp Nordex N175/6.X ausgestattet ist. Die Anlagen gehören zur Delta4000-Plattform von Nordex und sind auf hohe Energieerträge bei gleichzeitig reduzierten Stromgestehungskosten ausgelegt. Jede Anlage hat eine Nennleistung von 6,8 MW und Rotoren mit 175 Metern Durchmesser. Die 179 Meter hohen, von Nordex selbst entwickelten Hybridtürme ermöglichen die Nutzung gleichmäßigerer und stärkerer Windströmungen mit weniger Turbulenzen, was ein entscheidender Hebel für mehr Energieertrag gerade im Binnenland ist.
Karsten Brüggemann, Vice President Region Central der Nordex Group, kommentierte: „Der Windpark Mahlsdorf ist für Nordex ein echtes Leuchtturmprojekt und markiert einen wichtigen Meilenstein in unserer Technologieentwicklung. Mit der erstmaligen Inbetriebnahme eines gesamten Windparks mit Anlagen des Typs N175/6.X zeigen wir, welches Potenzial moderne Turbinentechnologie gerade an Standorten mit mittleren Windverhältnissen entfalten kann. Dass diese Weltpremiere in Mahlsdorf gelungen ist, verdanken wir nicht zuletzt der langjährigen und vertrauensvollen Partnerschaft mit UKA.“
Die zehn Turbinen erzeugen künftig ausreichend Strom, um rechnerisch den Bedarf von etwa 52.000 Drei-Personen-Haushalten zu decken. UKA verfolgt dabei einen Ansatz, der moderne Anlagentechnologie mit einem effizienten Parklayout kombiniert, um Standorte wirtschaftlich zu erschließen. Nordex lieferte nicht nur die Anlagen und Hybridtürme, sondern war auch für Errichtung und Bau des Windparks verantwortlich.
Gernot Gauglitz, Geschäftsführender Gesellschafter von UKA, erklärte: „Gerade unter den aktuell sehr herausfordernden Wettbewerbsbedingungen in den Ausschreibungen ist es erforderlich, mit der effizientesten Turbine an den Start zu gehen, um sich im Wettbewerb durchsetzen zu können. Ab Mai 2026 erwarte ich dauerhaft eine Überzeichnung in den Ausschreibungen von 400%.“
Regionale Teilhabe und gesetzliche Abgaben
Neben den technologischen Innovationen sieht UKA die Einbindung der Gemeinden als wichtigen Bestandteil des Projekts. Nach dem Brandenburger Windenergieanlagenabgabegesetz zahlen Betreiber seit 2020 jährlich 10.000 Euro pro Anlage an die umliegenden Gemeinden. Ab 2026 wird die Abgabe leistungsabhängig – konkret 5.000 Euro pro installierte Megawatt.
Darüber hinaus beteiligt UKA die Gemeinden freiwillig nach § 6 EEG 2023 am tatsächlich erzeugten Strom. Innerhalb eines Radius von 2,5 Kilometern können Gemeinden 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Die Mittel stehen den Kommunen frei zur Verfügung, etwa für Infrastrukturprojekte, Kinderbetreuung, Spielplätze oder Vereine.
Durch diese Kombination aus moderner Technologie und regionaler Beteiligung verbindet das Projekt technologische Innovation mit finanzieller Teilhabe der Kommunen.
Quelle: IWR Online
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