27.04.2026, 11:12 Uhr

Nordex steigert Umsatz und Gewinn im ersten Quartal 2026 deutlich – Aktie klettert um über 12 Prozent


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Hamburg – Der Windturbinenhersteller Nordex Group ist mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, stieg der Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Nach dem soliden Jahresauftakt sieht sich Nordex auch für das Gesamtjahr 2026 auf Kurs. Die verbesserte Profitabilität sowie die anhaltend starke Nachfrage in den Kernmärkten gaben der Aktie zusätzlichen Rückenwind. Die im RENIXX gelistete Nordex-Aktie legte im frühen Handel um mehr als 10 Prozent auf über 50 Euro zu.

Nordex-Profitabilität verbessert sich deutlich im ersten Quartal

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um rund 64 Prozent auf 130,7 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 5,5 auf 8,2 Prozent. Unter dem Strich erzielte Nordex einen Konzerngewinn von 53,6 Millionen Euro nach 7,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

„Das erste Quartal entwickelte sich wie erwartet und markiert einen positiven Start in das neue Jahr. Wir haben erneut eine solide operative Leistung erbracht, weitere Margenverbesserungen erzielt und sind mit einer starken Finanzposition in das Jahr gestartet. Die anhaltende Nachfrage aus unseren Kernmärkten sowie eine bereits im ersten Quartal erzielte EBITDA-Marge von über 8 Prozent unterstreichen, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere Jahresprognose zu erreichen“, sagte José Luis Blanco, Vorstandsvorsitzender der Nordex Group.

Volle Auftragsbücher trotz rückläufigem Auftragseingang

Der Auftragseingang im Projektgeschäft ging im ersten Quartal zwar um 14 Prozent auf 1.869 Megawatt zurück. Der Auftragsbestand erhöhte sich jedoch deutlich und erreichte zum Ende März 17,0 Milliarden Euro nach 13,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch operativ baute Nordex seine Aktivitäten weiter aus: Die Produktion von Windenergieanlagen stieg um 23,5 Prozent auf 1.494 Megawatt. Insgesamt installierte das Unternehmen weltweit 227 Anlagen mit einer Leistung von 1.155 Megawatt.

Working-Capital-Effekt: Normalisierung belastet freien Cashflow

Der freie Cashflow lag im ersten Quartal bei minus 98,1 Millionen Euro. Hintergrund ist laut Unternehmen vor allem die Normalisierung des Working Capitals nach dem Jahresende 2025.

Mit einer Netto-Cash-Position von rund 1,5 Milliarden Euro sieht sich Nordex weiterhin solide finanziert.

Analysten uneins nach Nordex-Quartalszahlen

Die Quartalszahlen werden am Markt unterschiedlich bewertet. Die Investmentbank Berenberg bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 50 Euro. Goldman Sachs liegt mit 49,60 Euro nur leicht unter dieser Marke.

Deutlich vorsichtiger äußert sich Bernstein Research mit einem Kursziel von 40 Euro. Die kanadische Bank RBC Capital Markets bestätigte ihre „Underperform“-Einstufung bei einem Kursziel von 38 Euro.

Quelle: IWR Online

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