14.07.2026, 16:24 Uhr

Bundesregierung plant Gasreserve – neue Gasumlage verteuert Gaspreise für Verbraucher


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Berlin – Die Bundesregierung will die Gasversorgung Deutschlands mit einer staatlichen strategischen Gasreserve besser gegen außergewöhnliche Krisensituationen absichern. Finanziert werden soll der Aufbau der Reserve nicht aus dem Bundeshaushalt, sondern über eine neue Umlage auf den Gasverbrauch. Damit dürften die Gaspreise für Verbraucher und Industrie künftig leicht steigen.

Mit der geplanten strategischen Gasreserve will die Bundesregierung die Resilienz der deutschen Energieversorgung angesichts wachsender geopolitischer Risiken stärken. Das neue Instrument soll die bestehende marktbasierte Gasversorgung ergänzen und ausschließlich in außergewöhnlichen Krisenlagen zum Einsatz kommen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) sollen die ersten Speicherkapazitäten bereits für den Winter 2026/27 gebucht werden, die erste Befüllung der Reserve ist ab Sommer 2027 vorgesehen.

24 TWh Gasreserve als Kriseninstrument

Die strategische Gasreserve soll einen Umfang von 24 TWh Erdgas erreichen und damit rund zehn Prozent der deutschen Gasspeicherkapazität umfassen. Nach Angaben des BMWE dient die Reserve ausschließlich der Absicherung außergewöhnlicher Krisensituationen, etwa bei Ausfällen wichtiger Importinfrastruktur, Sabotageakten oder anderen gravierenden Störungen der Gasversorgung.

Sie soll Zeit schaffen, alternative Gasimporte zu organisieren oder technische Störungen zu beheben und dadurch erhebliche volkswirtschaftliche Schäden vermeiden. Über eine Freigabe entscheidet im Ernstfall der Bundeslastverteiler bei der Bundesnetzagentur. Um Auswirkungen auf den Gasmarkt möglichst gering zu halten, soll die Beschaffung der Gasmengen über mehrere Jahre gestreckt erfolgen.

Gasumlage finanziert Aufbau der strategischen Reserve

Die Kosten für Aufbau und Vorhaltung der Gasreserve sollen über eine neue Umlage auf den Gasverbrauch finanziert werden. Das BMWE beziffert diese auf 0,29 bis 0,36 Euro je Megawattstunde. Für einen Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh entspräche dies zusätzlichen Kosten von rund sieben Euro pro Jahr.

Nach Angaben des Ministeriums liegt die Umlage damit lediglich bei etwa einem Zehntel der Ende 2025 ausgelaufenen Gasspeicherumlage. Die jährlichen Gesamtkosten für Gasbeschaffung, Speicherkapazitäten, Finanzierung, Transport und Verwaltung werden in den ersten zehn Jahren auf 250 bis 310 Mio. Euro geschätzt.

Verbände halten sich mit Bewertungen bislang zurück

Aus der Energiewirtschaft liegt bislang vor allem eine Position des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor. Der Verband unterstützt die Einführung einer strategischen Gasreserve grundsätzlich, lehnt jedoch eine Finanzierung über eine Umlage auf den Gasverbrauch ab und spricht sich stattdessen für eine Finanzierung aus dem Bundeshaushalt aus. Zudem fordert der BDEW eine möglichst marktschonende Ausgestaltung mit klar definierten Kriterien für den Einsatz der Reserve.

Andere große Energieverbände haben sich zu den Plänen bislang öffentlich nicht positioniert. Weder vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) noch vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) liegt derzeit eine offizielle Stellungnahme zur geplanten strategischen Gasreserve oder zur vorgesehenen Finanzierung über eine Gasumlage vor.

Quelle: IWR Online

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