Taiwans Offshore-Wind-Ausbau: Ørsted bringt 920 MW Offshore-Windparkkomplex vor Changhua auf die Zielgerade
Fredericia - Der dänische Energiekonzern Ørsted hat vor Taiwans Küste den Bauabschluss seines zweiten Offshore-Windpark-Komplexes im Gigawattmaßstab gefeiert. Mit den Windparks Greater Changhua 2b und 4 wächst der bestehende Windpark-Cluster vor Changhua auf einen neuen Kapazitäts-Meilenstein.
Die Windparks entstehen in einer Phase, in der Taiwan sein Offshore-Windziel deutlich anhebt: Das Wirtschaftsministerium strebt laut einem im Juli 2026 vorgelegten Ausbauplan bis 2039 eine installierte Kapazität von 24,7 bis 27,9 Gigawatt an, ausgehend von aktuell rund 4,9 Gigawatt. Der Windpark-Cluster vor Changhua zählt zu den bislang größten Bausteinen in dieser Entwicklung.
Bauabschluss vor Changhua: Ørsted und Partner feiern Meilenstein in Taichung
Die Zeremonie zum Abschluss der wesentlichen Bauarbeiten an den 920-Megawatt-Windparks Greater Changhua 2b und 4 fand am Betriebs- und Wartungsstandort von Ørsted im Hafen von Taichung statt. Unter den Gästen waren Taiwans Premierminister Cho Jung-tai, Cathay-Life-Präsident Abel Lin sowie Ørsted-Konzernchef Rasmus Errboe.
Ørsted ist bereits seit dem Jahr 2016 im Bereich Offshore-Windenergie in Taiwan aktiv. Cho Jung-tai würdigte das langjährige Engagement des Unternehmens, insbesondere den Einsatz neuer Technologien, den Aufbau lokaler Fachkräfte, die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft sowie Impulse für die grüne Finanzierung. Errboe bezeichnete den Bauabschluss als „bedeutenden Meilenstein" für die Konzernstrategie und Ørsteds weltweites Offshore-Windgeschäft. Das Unternehmen hat derzeit weltweit 8,1 Gigawatt Offshore-Windkapazität im Bau.
Die Windparks nutzen laut Ørsted erstmals im asiatisch-pazifischen Raum in diesem Umfang pfahlfreie "Suction Bucket Jacket"-Fundamente. Chief Construction Officer Patrick Harnett hob die technische Komplexität und die Umsetzung dieser Fundamenttechnik als besondere Leistung hervor. Die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme wird für das späte dritte Quartal 2026 erwartet.
Cathay Life baut Anteile aus: Taiwans Versicherer investiert zweimal in Ørsted-Windparks
Der 583-Megawatt-Windpark Greater Changhua 4 gehört bereits je zur Hälfte Ørsted und Cathay Life Insurance. Der zweite Teil des aktuellen 920-Megawatt-Bauprojekts, der 337-Megawatt-Windpark Greater Changhua 2b, bildet zusammen mit dem bereits in Betrieb befindlichen 295-Megawatt-Windpark Greater Changhua 2a den insgesamt 632 Megawatt großen Windpark Greater Changhua 2. Ørsted hat mit Cathay Life Insurance und deren Affiliate Cathay Power vereinbart, dass Cathay einen Anteil von 55 Prozent an Greater Changhua 2 übernimmt. Der Abschluss ist für den Zeitpunkt der kommerziellen Inbetriebnahme im späten dritten Quartal 2026 vorgesehen.
Die Investition zeige, dass taiwanisches Versicherungskapital in der Lage sei, sich an großmaßstäblichen erneuerbaren Infrastrukturprojekten zu beteiligen, kommentiert Abel Lin den Deal. Insgesamt wurde die Finanzierung des Gesamtprojekts nach Angaben von Ørsted von 30 in- und ausländischen Finanzinstituten unterstützt.
Die Windparks liefern ihren Strom über einen 2020 unterzeichneten Stromabnahmevertrag an den taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC, der bereits in einer früheren Ørsted-Mitteilung als Kunde genannt wurde. Die aktuelle Mitteilung lässt den Namen offen. Laut Ørsted ist es der erste Stromabnahmevertrag dieser Art in Taiwan für die Halbleiterindustrie.
Mit Greater Changhua 2b und 4 baut Ørsted seine Position im asiatisch-pazifischen Raum weiter aus. Nach vollständiger Inbetriebnahme kommt der Windpark-Cluster vor Changhua auf 1,82 Gigawatt und soll nach Unternehmensangaben rechnerisch rund zwei Millionen taiwanische Haushalte versorgen.
Taiwans Offshore-Windausbau: Regierung setzt auf regelmäßige Ausschreibungen
Für 2035 strebt die taiwanesische Regierung eine Offshore-Wind-Leistung von 18,3 bis 19,9 Gigawatt an, deutlich mehr als das bisherige Ziel von 10,9 Gigawatt bis 2030. Künftig sollen alle vier Jahre Ausschreibungsrunden mit jeweils rund 8 Gigawatt stattfinden; die laufende Runde 3.3 mit bis zu 3,6 Gigawatt startete im April 2026. Nach Angaben des Ministeriums soll der Ausbau auch den steigenden Strombedarf der Halbleiter-, KI- und Technologiebranche decken, der zwischen 2026 und 2035 jährlich um rund 2,5 Prozent wachsen soll.
Ørsted-Aktie legt am Tag der Zeremonie deutlich zu
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX-World gelistete Ørsted-Aktie notiert am heutigen Vormittag (1. September 2026) bei 18,68 Euro, 3,09 Prozent über dem Vortagesschluss von 18,12 Euro. Seit Jahresbeginn ist der Kurs der Ørsted-Aktie damit von 16,14 Euro (Schlusskurs 30. Dezember 2025) um 15,7 Prozent gestiegen.
Quelle: IWR Online
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