Europäischer Windmarkt wächst: Nordex sichert sich 220 MW an Aufträgen

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Hamburg - Der Windmarkt in Europa legt zu, und Windturbinen der Nordex Group sind auf mehreren Märkten gefragt: Der Turbinenhersteller hat in dieser Woche bislang neue Aufträge über rund 220 MW aus Deutschland, Frankreich, Portugal und Spanien gemeldet.
Europa hat im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben des europäischen Windenergieverbandes WindEurope Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 8,8 GW neu installiert. Das sind 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit 74 Prozent entfällt davon der Großteil auf Onshore-Anlagen. Deutschland führt im ersten Halbjahr mit einem Zubau von fast 3,5 GW. Auch in Dänemark, Polen, Portugal und Frankreich stieg der Zubau deutlich. Für das Gesamtjahr erwartet der Verband 24 GW, nach 19,1 GW im Jahr 2025.
Nordex in Frankreich, Portugal und Spanien: Fünf Anlagentypen für 34 Turbinen
Für Projekte in Frankreich, Portugal und Spanien liefert und errichtet die Nordex Group insgesamt 34 Windenergieanlagen mit zusammen 175 MW. Hinzu kommen mehrjährige Serviceverträge, die eine hohe technische Verfügbarkeit und langfristige Energieproduktion sicherstellen sollen. Bestellt sind acht Anlagen des Typs N175/6.X, vier N163/6.X, vier N149/4.X, neun N133/4800 und neun N131/3600.
In der Wahl der Turbinentypen seitens der Kunden spiegeln sich nach Angaben von Nordex die unterschiedlichen Windbedingungen und Genehmigungsverfahren in den drei Ländern wider. Kunden und Windparks für die Aufträge nennt Nordex nicht. Alle Projekte sollen zwischen 2027 und 2028 installiert und in Betrieb genommen werden.
Navaris bestellt 42 MW in Rheinland-Pfalz: Hybridtürme bis 179 Meter
Aus Deutschland kommt ein Auftrag des Projektentwicklers Navaris für den Windpark Lambacher Höh südwestlich von Bitburg nahe der luxemburgischen Grenze. Nordex liefert und errichtet vier Turbinen des Typs N163/6.X mit 164 Metern Nabenhöhe sowie zwei Turbinen des Typs N175/6.X mit 179 Metern Nabenhöhe, jeweils auf Hybridtürmen. Der Auftrag über 42 MW umfasst auch einen Premium-Servicevertrag über 20 Jahre. Die erste Anlage soll im Januar 2028 installiert werden, die vollständige Inbetriebnahme ist für Juli 2028 geplant.
Navaris ist die deutsche Plattform der spanischen Qualitas Energy Gruppe. Die Plattform firmiert seit dem 17. September 2026 unter dem Namen Navaris und bündelt die seit 2018 aufgebauten deutschen Teams und Projekte. In der Ausschreibung für Windenergie an Land zum 1. August 2026 erhielt Navaris nach eigenen Angaben Zuschläge für alle eingereichten Gebote: elf Projekte mit 46 Anlagen und zusammen 304,5 MW, rund 12 Prozent der vergebenen 2.523 MW. Nach eigenen Angaben betreut Navaris rund 1,3 GW in Betrieb oder im Bau. Hinzu kommen Projekte mit mehr als 3 GW in fortgeschrittener Entwicklung.
Europa: Deutschland mit fast 3,5 GW vor Großbritannien und Spanien, Zuschläge für 17,2 GW
Von den 8,8 GW entfielen 6,5 GW auf Onshore-Anlagen, nach 6 GW im ersten Halbjahr 2025, und 2,3 GW auf Offshore-Anlagen. Die Offshore-Leistung, die ans Netz ging, lag mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahreszeitraum (741 MW). Im Länderranking nach neu installierter Leistung führt laut Wind Europe Deutschland vor dem Vereinigten Königreich mit 789 MW, Spanien mit 612 MW, Frankreich mit 556 MW, Dänemark mit 495 MW und Polen mit 456 MW. In Deutschland gingen von Januar bis Juni 2026 nach einer IWR-Auswertung von Daten des Marktstammdatenregisters 513 Windenergieanlagen mit 3.464 MW in Betrieb, davon 429 Onshore-Anlagen mit 2.387 MW und 84 Offshore-Anlagen mit 1.077 MW.
In Ausschreibungen wurden im ersten Halbjahr 2026 Zuschläge für 17,2 GW Windleistung erteilt, davon 8,8 GW onshore und 8,4 GW offshore. Für neue Windparks wurden Investitionen von 9 Mrd. Euro mobilisiert, die 5,2 GW künftige Kapazität finanzieren, darunter 4,5 GW onshore. Für das zweite Halbjahr planen Regierungen in Europa Ausschreibungen nach Angaben von WindEurope für mehr als 24 GW. Bis 2030 erwartet der Verband in Europa einen Zubau von 148 GW, davon 111 GW in der EU, einschließlich der 8,8 GW aus dem ersten Halbjahr 2026. Die installierte Windleistung würde damit in Europa auf 436 GW und in der EU auf 342 GW steigen.
Nordex-Aktie: Plus 36,0 Prozent seit Jahresbeginn
Die Nordex-Aktie hat am Mittwoch (30. September) im Stuttgarter Handel bis 11:31 Uhr um 2,5 Prozent auf 39,68 Euro zugelegt (Vortag: 38,70 Euro). Zum Jahresende 2025 (30. Dezember) lag der Kurs bei 29,18 Euro. Bezogen auf den aktuellen Kurs ergibt sich damit seit Jahresbeginn ein Plus von 36,0 Prozent.
Quelle: IWR Online
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