22.10.2026, 11:28 Uhr

Hybridparks im Trend: Swisspower Renewables eröffnet Solarpark in Brandenburg - Wind und Solar an einem Netzanschluss


© Swisspower Renewables GmbH

Wainsdorf - Swisspower Renewables hat im brandenburgischen Wainsdorf den Solarpark Prösen eröffnet. Die Photovoltaikanlage nutzt gemeinsam mit dem bestehenden Windpark Elsterwerda den Netzanschlusspunkt am Umspannwerk Gröditz.

Die Kombination von Wind- und Solaranlagen gewinnt in der Projektplanung an Bedeutung. Vor allem bestehende Windparks sollen zunehmend um Photovoltaikanlagen ergänzt werden. Eine Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) dokumentiert zahlreiche geplante Hybridprojekte. Auf Grundlage einer Befragung von Marktakteuren rechnen die Autoren mit einer steigenden Zahl von Umsetzungen.

Solarpark Prösen soll jährlich 14,9 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen

Der Standort des Solarparks Prösen liegt in der Gemeinde Röderland im Landkreis Elbe-Elster. Nach Angaben von Swisspower Renewables hat die Anlage eine Leistung von 14,5 MWp und umfasst mehr als 23.000 Solarmodule auf einer Fläche von rund 15 Hektar. Der erwartete Jahresertrag beträgt etwa 14.900 MWh beziehungsweise 14,9 Millionen kWh.

Der Solarpark nutzt den bereits bestehenden Netzverknüpfungspunkt des Windparks Elsterwerda am Umspannwerk Gröditz. Swisspower Renewables betreibt damit zwei unterschiedliche Erzeugungstechnologien, die über denselben Netzverknüpfungspunkt Strom einspeisen können.

Weitere Ausbaupläne: Prösen-Nord, Batteriespeicher und Wind-Repowering

Swisspower Renewables plant, den Standort schrittweise zu einem größeren Energiepark weiterzuentwickeln. Vorgesehen sind das Erweiterungsprojekt Prösen-Nord sowie perspektivisch die Integration eines Batteriespeichers.

Auch der bestehende Windpark Elsterwerda soll im Zuge eines Repowerings modernisiert werden. Der gemeinsam genutzte Netzanschluss bildet nach Angaben von Swisspower Renewables eine Grundlage für diese Pläne.

Damit verfolgt Swisspower Renewables einen Ansatz, bei dem vorhandene Energieinfrastruktur für mehrere Erzeugungsanlagen genutzt und um zusätzliche Komponenten erweitert wird. Die Kombination mit einem Batteriespeicher könnte künftig weitere Möglichkeiten zur Steuerung der Einspeisung eröffnen. Der Speicher ist noch nicht Bestandteil des eröffneten Solarparks.

UBA-Untersuchung: 81 Wind-Solar-Hybridprojekte in Planung - bestehende Windparks häufig Ausgangspunkt

Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung im Auftrag des Umweltbundesamtes führt beispielhaft 13 bestehende Wind-Solar-Hybridprojekte mit einer installierten Gesamtleistung von rund 596 MW auf.

Darüber hinaus wurden 81 laufende Projektplanungen erfasst, deren Inbetriebnahme für den Zeitraum 2025 bis 2027 vorgesehen war. Diese Planungen umfassten rund 1.700 MW Windenergieleistung und etwa 3.000 MWp Photovoltaikleistung. Bei ungefähr drei Vierteln der Vorhaben handelt es sich nach dem UBA-Bericht um die Ergänzung bestehender Windparks durch Photovoltaik oder um die Kombination von Solarenergie mit dem Repowering vorhandener Windenergieanlagen. Bei etwa einem Viertel der Projekte ist dagegen eine gemeinsame Neuplanung beider Technologien vorgesehen.

Die zugrunde liegenden Recherchen und Befragungen von Marktakteuren stammen aus dem Jahr 2024. Die Erhebung bildet keine vollständige Bestandsaufnahme aller Hybridprojekte in Deutschland ab. Auch lässt sich daraus nicht ableiten, wie viele der ursprünglich für 2025 bis 2027 vorgesehenen Vorhaben inzwischen realisiert wurden. Die Ergebnisse verdeutlichen jedoch, dass die Nutzung bestehender Windstandorte für zusätzliche Photovoltaikanlagen einen wesentlichen Teil der erfassten Projektplanungen ausmacht.

Auch regulatorisch wird die gemeinsame Nutzung von Netzanschlüssen berücksichtigt. Mit flexiblen Netzanschlussvereinbarungen nach § 8a EEG können Netzbetreiber und Anlagenbetreiber die zulässige Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt vertraglich begrenzen. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten, Erzeugungsanlagen unterschiedlicher Technologien an vorhandene Netzkapazitäten anzubinden.

Quelle: IWR Online

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