14.07.2014, 11:01 Uhr

Atomkraftwerk Temelin fällt komplett aus

Münster – Im tschechischen Atomkraftwerk (AKW) Temelin hat sich in Block 2 eine Panne ereignet. Der Reaktor wurde daraufhin abgeschaltet. Weil zeitgleich Block 1 wegen Wartungsarbeiten seit zwei Wochen ohnehin vom Netz ist, liefert das AKW Temelin seit letztem Donnerstag gar keinen Strom mehr.

Die Ursache der Panne in Block 2 des AKW Temelin ist noch unklar. Betroffen ist eine von zwei Wasserpumpen im nicht atomaren Teil des Kraftwerks, so ein Sprecher des AKW Temelin. Das AKW ist mit über 10 Jahren Betriebszeit vergleichsweise jung, trotzdem kommt es immer wieder zu Pannen. Erst im Mai 2014 war bei der Überprüfung eines Reservesystems 150 Liter leicht radioaktives Wasser ausgetreten.

Über das Atomkraftwerk Temelin

Das Atomkraftwerk Temelin besteht aus zwei Kernkraftanlagen mit je 1000 MW Leistung. Block 1 ging im Jahr 2000 ans Netz, Block 2 folgte 2002. Geplant war eigentlich, das AKW Temelin weiter auszubauen. Zwei weitere Kernkraftanlagen sollten am Standort Temelin gebaut werden. Im April 2014 hat der tschechische Energieversorger CEZ die Ausschreibung dieser zwei neuen Kernreaktor-Blöcke gestoppt. Grund ist die fehlende Wirtschaftlichkeit für Atomkraftanlagen. Angesichts der niedrigen Strompreise lohnt sich der Neubau von Atomkraftanlagen ohne staatliche Subventionierung nicht. Die Kosten für das Projekt werden mit rd. 12 Mrd. Euro angegeben. Eine Quersubventionierung des geplanten AKW-Projektes ist umstritten, wird in Tschechien aber fast überall abgelehnt.

Kernenergie in Tschechien

In Tschechien sind an zwei Standorten Atomkraftanlagen in Betrieb. Neben dem Standort Temelin mit den Blöcken 1 und 2 (je 1.000 MW) stehen am Standort Dukovany noch vier weitere AKW-Blöcke mit deutlich weniger Leistung. Die Dukovany-Blöcke 1 bis 4 haben eine Leistung von je 500 MW und stammen aus den Jahren 1985 (Block 1), 1986 (Block 2 und 3) sowie 1987 (Block 4).

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