03.03.2014, 09:56 Uhr

Backloading wirkt: CO2-Zertifikate markieren im Februar Höchststand

Münster – Der Preis für ein EU-Emissionsrecht (EU emission allowance, kurz: EUA) steigt im Februar auf ein neues Langzeithoch. Die von der EU beschlossene Verknappung der CO2-Zertifikate im Rahmen des sogenannten „Backloading“ nimmt zwar derzeit noch die letzten rechtlichen Hürden, zeigt aber schon durchaus seine Wirkung. Auch der Terminmarktpreis zieht spürbar an.

Der Preis für das Recht, eine Tonne CO2 in der EU zu emittieren, ist im Februar auf den höchsten Stand seit dem Beginn der dritten Handelsperiode (2013-2020) gestiegen. Zwischenzeitlich notierten die CO2-Zertifikate bei mehr als sieben Euro.

CO2-Preis auf neuem Höchststand

Der mittlere Spotmarktpreis für ein EUA ist an der EEX im Februar um 29,8 Prozent auf 6,45 Euro (Jan. 2014: 4,97 Euro) kräftig angestiegen. Am 24. Februar kostete das EU-Emissionsrecht am Spotmarkt 7,10 Euro und markierte damit den höchsten Stand in der dritten Handelsperiode bislang. Auch auf dem Terminmarkt zieht der CO2-Preis kräftig an. Die Lieferung eines EUA im Jahr 2015 steht Ende Februar 2014 bei 7,45 Euro. Gegenüber dem Kurs von Januar ist somit ein Anstieg von 42,5 Prozent zu verzeichnen.

Backloading vom Europäischen Rat beschlossen

Das von der EU angestrebte Backloading wurde am 24. Februar 2014 vom Europäischen Rat beschlossen. Zuvor hatte bereits das EU-Parlament am 6. Februar das Vorhaben der Kommission bestätigt, die den Beschluss nun umsetzen kann. Der Plan sieht vor, bis 2016 insgesamt 900 Millionen EUA am Sekundärmarkt aufzukaufen um sie am Ende der Handelsperiode in 2019/20 wieder in den Markt zu bringen. Der CO2-Preis notierte seit dem Start der dritten Handelsperiode auf niedrigem Niveau. Grund dafür ist aus Sicht der Kommission, dass für die im Zuge der Eurokrise schwächende Wirtschaft zu viele Zertifikate auf dem Markt sind, was durch das Backloading korrigiert werden soll.

Europaweites Handelssystem für CO2 als Klimaschutzmaßname

Die EU-Staaten haben sich das Ziel gesetzt ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und zu diesem Zweck das EU-Emissionshandelssystem geschaffen. Unternehmen in der EU müssen eine EUA für jede emittierte Tonne CO2 in einer Handelsperiode vorweisen. Die Anzahl der EUA ist begrenzt und entspricht der von der EU vorgegebenen Gesamtemissionsmenge einer Handelsperiode. Die EUA können am Sekundärmarkt frei gehandelt werden. Dieses Cap-and-Trade genannte System führt dazu, dass CO2 in der EU dort wo es am günstigsten ist zuerst vermieden wird.

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