05.05.2026, 16:50 Uhr

Ballard-Aktie springt 20 Prozent: Brennstoffzellenhersteller reduziert Verluste und bestätigt operative Fortschritte


© Ballard Power

Vancouver - Der kanadische Brennstoffzellenhersteller Ballard Power Systems hat im ersten Quartal 2026 seinen Umsatz gesteigert und und die operative Ergebnislage deutlich verbessert. Die im globalen Aktienindex RENIXX (Renewable Energy Industrial Index) gelistete Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen im heutigen Handel zeitweise um über 20 Prozent auf 3,40 Euro zu.

Ballard profitierte insbesondere von höheren Auslieferungen bei Brennstoffzellenmotoren sowie von einer konsequenten Kostensenkung. Unternehmenschef Marty Neese erklärte, die Quartalszahlen bestätigten den eingeschlagenen Kurs in Richtung positiver Cashflows und zeigten, dass das Unternehmen operativ auf dem richtigen Weg sei.

Operative Fortschritte: Umsatzplus und deutliche Margenverbesserung

Im ersten Quartal steigerte Ballard den Umsatz um 26 Prozent auf 19,4 Mio. US-Dollar (Q1 2025: 15,4 Mio. US-Dollar). Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich und lag mit 14 Prozent wieder im positiven Bereich (Q1 2025: -23 Prozent). Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen seine operativen Aufwendungen um 36 Prozent auf 16,4 Mio. US-Dollar (Q1 2025: 25,8 Mio. US-Dollar).

Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf minus 11,4 Mio. US-Dollar (Q1 2025: -27,5 Mio. US-Dollar). Der operative Mittelabfluss sank auf 7,8 Mio. US-Dollar (Q1 2025: 24,4 Mio. US-Dollar).

Busmarkt und Europa bleiben zentrale Wachstumstreiber

Strategisch sieht Ballard vor allem im Brennstoffzellen-Busgeschäft weiteres Wachstumspotenzial. Das Unternehmen verwies auf einen mehrjährigen Liefervertrag mit dem nordamerikanischen Bushersteller New Flyer über 50 MW sowie auf Fortschritte bei europäischen Busherstellern, die neue Wasserstoffbus-Plattformen mit Ballard-Technologie entwickeln.

Auch in weiteren Anwendungsfeldern legte das Unternehmen zu. Während der Umsatz im Bussegment im Quartal rückläufig war, verzeichnete Ballard deutliche Zuwächse im Bahn- und Stationärgeschäft.

Hohe Liquidität sichert weiteren Markthochlauf

Zum Ende des ersten Quartals verfügte Ballard über liquide Mittel in Höhe von 516,8 Mio. US-Dollar (Q1 2025: 576,7 Mio. US-Dollar) und sieht nach eigenen Angaben keinen kurzfristigen oder mittelfristigen Finanzierungsbedarf.

Die solide Kapitalbasis soll es dem Unternehmen ermöglichen, weiterhin in Produktentwicklung, Kostensenkung und Marktausbau zu investieren. Der Auftragsbestand belief sich zum Quartalsende auf 112,9 Mio. US-Dollar.

Ballard-Ausblick 2026: Umsatzschwerpunkt im zweiten Halbjahr erwartet

Für das Gesamtjahr 2026 gibt Ballard weiterhin keine konkrete Umsatzprognose ab. Das Unternehmen erwartet jedoch, dass sich die Erlöse im laufenden Jahr schwerpunktmäßig auf das zweite Halbjahr verlagern werden.

Parallel prüft das Management weitere Maßnahmen zur Senkung der Kostenbasis und zur Optimierung der Kapitalausgaben. Mittelfristig will Ballard den Übergang in einen positiven operativen Cashflow erreichen.

Quelle: IWR Online

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