02.09.2014, 16:32 Uhr

Batterieforschung: MEET akquiriert 50 Mio. Euro in fünf Jahren

Münster – Das Batterieforschungszentrum MEET (= Münster Electrochemical Energy Technology) hat seinen fünften Geburtstag gefeiert. Unter den Gratulanten war auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Besonders erfolgreich war das Institut im Bereich der Drittmittel-Akquise: In nur fünf Jahren konnten insgesamt 50 Millionen Euro eingeworben werden.

Fünf Jahre Batterieforschung im MEET waren Anlass genug für die Wissenschaftler um Prof. Dr. Martin Winter und Dr. Gerhard Hörpel, Projektpartner und Förderer einzuladen und eine erste Bilanz zu ziehen. Nahezu 100 Gäste kamen am Montag (01.09.2014) an die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) in Münster und verschafftem sich einen Eindruck, wie der Standort, die Forschung und die Aktivitäten rund um die elektrochemische Energiespeicherung gewachsen sind.

Inzwischen forschen über 150 Mitarbeiter an Batterie-Themen

"Die Energiewende ist politisch beschlossen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, an Alternativen in der Energieerzeugung und -speicherung zu arbeiten", betonte Ministerin Schulze. Drei Doktoranden informierten die Gäste in Kurzvorträgen über die Möglichkeiten und Potenziale der Batterieforschung. Seit Anfang 2011 sind die Meet-Forscher – derzeit mehr als 150 Mitarbeiter aus zwölf verschiedenen Nationen – in einem eigenen, 4500 Quadratmeter großen Gebäude untergebracht, das in nur elfmonatiger Bauzeit entstanden war. In rund 50 Projekten, öffentlich gefördert oder in Kooperation mit der Industrie, gehen die Forscher den Fragen auf den Grund, wie zum Beispiel die Energiedichte von Batterien erhöht, die Sicherheit verbessert und die Kosten minimiert werden können.

Institutsleiter Winter zählt zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit

Ein Schwerpunkt der Arbeiten am MEET ist die Elektrolyt-Forschung. Der Elektrolyt ist eine zentrale Komponente in der Batterie und ermöglicht den Stromfluss im Inneren der Zelle. Daneben gibt es viele weitere "Stellschrauben", an denen die Wissenschaftler drehen, um die Batterietechnologie vor allem für den Einsatz in Elektrofahrzeugen aber auch in stationären Anlagen weiterzuentwickeln. Sie beschäftigen sich auch mit der Frage, bei welchen Anwendungen ist das Potenzial der Lithium-Ionen-Batterie ausgeschöpft ist oder welche alternativen Technologien zusätzlich benötigt werden. Die Ergebnisse schlagen sich in einer Vielzahl von Publikationen, Vorträgen und Patentanmeldungen nieder. Angesichts der vielen Forschungsfragen betont Martin Winter, der laut dem aktuellen Ranking des US-amerikanischen Medienkonzerns "Thomson Reuters" zu den meistzitierten Wissenschaftlern der Welt gehört: "Die fünf Jahre sind erst der Anfang - viele weitere werden noch folgen."

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