Bioland e.V.: EEG-Biogas-Förderung verdrängt ökologischen Anbau
Mainz – Der Verband für ökologischen Anbau, Bioland e. V., sieht durch das Erneuerbare-Energien-Gesetze (EEG) eine einseitige Förderung von industriellen Biogas-Großanlagen und fordert entsprechende Änderungen. Die Lebensmittelproduktion auf landwirtschaftlichten Flächen werde verdrängt, so die Ansicht des Verbands. In vielen Regionen Deutschlands würden Biobetriebe Pachtflächen an Biogaserzeuger sowie Massentierhalter verlieren. Den Grund dafür sieht Jan Plagge, Präsident des Bioland e. V., im EEG: "Das am 1.1.2012 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) konterkariert eine nachhaltige und umweltverträgliche Weiterentwicklung der Biogas-Produktion in Deutschland."
Biogas aus Kleegras umweltverträglicher
Der Verband betont, dass die ökologisch wirtschaftenden Betriebe zur Energiewende stehen. Sie setzen in der Biogasproduktion vor allem auf den Anbau von umweltverträglichem Kleegras, welches in der Fruchtfolge nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln steht und die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Im neuen EEG werde genau diese Kultur auf die gleiche Vergütungsstufe gestellt wie Mais. Damit werden die Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus deutlich verschlechtert.
Bio-Lebensmittel werden zunehmend importiert
Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs mit 2,3 Prozent Bioland zufolge deutlich geringer als der neun prozentige Zuwachs beim Umsatz mit Biolebensmittel. Um die steigende Nachfrage zu decken, würden folglich mehr Lebensmittel importiert und die heimische Wirtschaft im gleichen Zug benachteiligt. Das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, in den nächsten Jahren 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf Biolandbau umzustellen, sieht Bioland in Gefahr und fordert daher einen Politikwechsel.
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© IWR, 2012