Börse am Mittag: RENIXX und DAX klettern ins Plus – Nordex stark im türkischen Markt, Solarpreise steigen wieder
Münster – Die Aktienindizes DAX (+0,4 Prozent, 7.502 Punkte) und RENIXX World (+0,2 Prozent, 196,98 Punkte) können im heutigen Handel bislang Boden gutmachen. Der RENIXX ist dabei zunächst zurückgefallen, kletterte in der Folge aber wieder in die Gewinnzone. Seit Mitte der letzten Woche hatte das regenerative Börsenbarometer von 204 bis auf 196 Punkte nachgegeben. Eine Trendwende könnte bei den Solarmodul-Preisen eingesetzt haben. Nachdem diese in den vergangenen drei Jahren immer weiter in den Keller gefallen waren, haben sich die kristallinen Module im März 2013 erstmals wieder verteuert.
Nordex gewinnt Aufträge im Umfang von 125 MW
Nordex hat über neue Aufträge aus der Türkei berichtet. Für zwei türkische Versorger soll der Hamburger Windenergieanlagen(WEA)-Produzent insgesamt 50 Windturbinen mit einer Leistung von 125 Megawatt (MW) liefern. Die Nordex-Aktie verteuert sich heute um 3,6 Prozent auf 5,11 Euro. Besser war nur das Wertpaper des taiwanesischen Solarzellenfabrikanten Motech (+7,0 Prozent, 0,76 Euro). Auch die Titel von SolarWorld (+2,4 Prozent, 0,686 Euro) verbessern sich. Damit mildern sich die heftigen Verluste des Vortages für SolarWorld (-31,6 Prozent) etwas ab. SolarWorld hat in 2012 kräftige Verluste eingefahren und muss eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Aber das Unternehmen berichtete auch über den erfolgreichen Verkauf von PV-Projekten in den USA und Deutschland mit insgesamt 46 MW. Im DAX glänzen heute Lanxess (+3,8 Prozent, 53,45 Euro). Laut boerse.ard habe ein Händler über Gerüchte berichtet, wonach chinesische Investoren ein Angebot über 68 Euro je Lanxess-Aktie unterbreiten wollten.
Talfahrt beim Heizöl-Preis unterbrochen
Der Heizöl-Preis, der zuletzt steil auf rund 81 Cent und damit auf das niedrigste Niveau seit August 2011 gefallen war, hat seine Talfahrt vorerst unterbrochen. Der Preis für einen Liter Heizöl klettert um 1,7 Prozent auf 82,2 Cent (inkl. MWSt, bei Abnahme von 3.000 Litern). Der Rohölpreis bewegt sich im heutigen Handel wenig. So stagniert der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI bei etwa 88,50 US-Dollar und ein Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuert sich leicht um 0,2 Prozent auf rund 100 US-Dollar. An den deutschen Tankstellen kostete Diesel gestern im Schnitt 1,402 Euro/Liter (-0,4 Prozent). Für die gleiche Menge Benzin (Super E10) zahlten die Autofahrer 1,561 Euro/Liter (-0,3 Prozent). An der Strombörse ist der Preis für deutschen Grundlaststrom zur Lieferung am morgigen Samstag ausnahmsweise ein wenig höher als der französische Preis. Deutscher Strom kostet 2,82 Cent/kWh, französische Elektrizität 2,79 Cent/kWh. In der Regel sind die deutschen Strompreise an der Börse deutlich günstiger als die für das Nachbarland. In 2013 ist es bislang erst zum zweiten Mal passiert, dass der französische Strompreis unter dem deutschen liegt. Der Preis für Zertifikate zur Emission einer Tonne CO2 notiert aktuell bei 2,93 Euro.
Bis zu 20.000 MW Solar- und Windleistung am Netz
Erneut unterstützen die Solar- und Windenergieanlagen die Stromversorgung in Deutschland heute zu einem großen Teil. Nach dem gestrigen Rekord, als die beiden regenerativen Stromquellen über 36.000 MW zur Stromerzeugung beisteuerten, sind es heute gegen Mittag erneut rund 20.000 MW. Die Solarenergie liefert ab Sonnenaufgang zunehmend Strom. Die Leistung wächst bis zum Mittag parallel zur Nachfrage auf etwa 11.000 MW. Am Nachmittag nimmt die Solarleitung wie auch der Strombedarf wieder ab. Zudem liefert die Windenergie im gesamten Tagesverlauf zwischen 5.000 und gut 9.000 MW. Der Bedarf an konventionellen Kraftwerken bleibt auch in der nachfragestarken Mittagszeit unter der Schwelle von etwa 45.000 MW. Ohne den Beitrag der Solar- und Windenergieanlagen wären am Mittag rund 65.000 MW konventionelle Kraftwerksleistung nötig.
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