11.03.2024, 09:36 Uhr

Börse KW 10/24: RENIXX weiter im Plus - Encavis: KKR-Einstieg oder Übernahme? - Ormat liefert an EDF - Ballard: UK-Auftrag - Fuelcell: Talsohle erreicht? - Brandanschlag: Tesla Produktion steht


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Münster - Der globale Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX-World (ISIN: DE000RENX014) hat den Aufwärtstrend in der letzten Woche mit leichten Gewinnen weiter fortgesetzt. Die Aussichten auf sinkende Zinsen bereits im Sommer des laufenden Jahres unterstützen den aktuellen Trend. Der deutsche Wind- und Solarparkbetreiber Encavis steht im Fokus.

Der regenerative Aktienindex RENIXX World hat in der letzten Woche um 1,2 Prozent auf 1.048,47 Punkte zugelegt (Schlusskurs 08.03.2024, Börse Stuttgart). Auf Unternehmensseite sticht in der letzten Woche die Meldung hervor, dass der US-Investor KKR an der Encavis AG interessiert ist. Die Aktie springt daraufhin um über 20 Prozent nach oben.

Übergeordneter RENIXX-Trend

Der RENIXX hat nach dem wiederholten Rückgang unter die 1.000 Marke wieder gedreht, konnte im oberen Bereich die 1.200 Punkte-Marke bisher nicht überwinden. Aktuell sucht der RENIXX den Boden, derzeit kristallisiert sich weiterhin eine Zone um die 1.000 Punkte-Marke herum - aktuell auf der Oberseite - heraus.

Auf Jahressicht steht der RENIXX mit dem Schlusskursstand von Freitag bei einem Jahresminus von -12,2 Prozent (Vorwoche: -13,2 Prozent), das Jahreshoch (Schlusskurs-Basis) wurde am 02.01.2024 mit 1.181 Punkten erreicht, das Jahrestief (Schlusskurs-Basis) mit 971 Punkten am 26.02.2024 markiert.

Encavis: KKR-Anfrage, Refinanzierung spanischer Solarparks und Baustart für zweitgrößten Solarpark in Deutschland

Die US-Beteiligungsgesellschaft KKR & Co. Inc. mit Sitz in New York investiert durch Kauf oder Beteiligung an Firmen, auch in Deutschland. Offenbar gibt es erste Gespräche über einen Beteiligungseinstieg oder eine Übernahme der Encavis AG. Encavis will sich allerdings nicht weiter äußern.

Ungeachtet der Gespräche zwischen KKR und der Encavis AG hat das Unternehmen zwei Projektrefinanzierungsvereinbarungen über einen Gesamtbetrag von 203 Mio. Euro für seine in Betrieb befindlichen spanischen Solarkraftwerke Talayuela und La Cabrera unterzeichnet. Die Encavis Asset Management, Tochter der Encavis AG, startet unterdessen für den Banken-Spezialfonds Encavis Infrastructure Fund IV (EIF IV) den Bau des zweitgrößten Solarparks in Deutschland. Das Solarkraftwerk mit einer Leistung von 260 MW soll in der Gemeinde Bartow, etwa 150 Kilometer nördlich von Berlin, errichtet werden.

Die Encavis-Aktie setzt sich in der letzten Woche im RENIXX an die Spitze, der Kurs klettert um 25,9 Prozent auf 13,99 Euro.

Ormat liefert Strom für EDF

Der Geothermie-Spezialist Ormat Technologies baut seine Aktivitäten im Geschäftsfeld Electricity weiter aus. Der US Geothermiespezialist meldet den Abschluss eines 30-jährigen Stromabnahmevertrages (Power Purchase Agreement, PPA) mit Electricité de France (EDF) für die Entwicklung eines neuen geothermischen Kraftwerks mit einer Leistung von 10 MW auf der Karibik-Insel Guadeloupe.

Die Ormat-Aktie gewinnt auf Wochensicht 2,2 Prozent und geht mit 61,40 Euro aus dem Handel.

Ballard erhält Brennstoffzellen-Auftrag über 15 MW aus UK

Der Brennstoffzellen-Spezialist Ballard Power Systems hat einen Auftrag über 15 MW Brennstoffzellensysteme von einem britischen Unternehmen bekannt gegeben, das sich auf erneuerbare netzunabhängige Stromerzeugung spezialisiert hat. Ballard rechnet mit der Lieferung von 150 Einheiten des FCmove®-HD+ (je 100 kW) Systems ab Ende 2024 bis ins Jahr 2025.

Die Bestellung ist der erste Auftrag im Rahmen eines neuen mehrjährigen Liefervertrags. Die Vereinbarung sieht außerdem eine Option für den Kauf von bis zu 296 weiteren Systemen bis März 2026 vor, wodurch sich die Gesamtzahl der bestellten Systeme auf 446 erhöhen würde, wenn sie vollständig ausgeübt wird.

Die Aktie von Ballard Power schafft es in der letzten Woche knapp in den grünen Bereich und steht zu Handelsschluss mit einem Plus von 0,3 Prozent bei einem Kurs von 3,04 Euro.

Fuelcell Energy: Schwache Q1-Zahlen - CEO sieht Talsohle durchschritten

Der Brennstoffzellen-Hersteller Fuelcell Energy hat die Zahlen für das erste Quartal 2024 (01.11.23-31.01.2024) vorgelegt. Insgesamt ist der Umsatz des US-Unternehmens in Q1 24 gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich um 55 Prozent auf 16,7 Mio. US-Dollar (USD) zurückgegangen (Q1 23: 37,1 Mio. USD). Damit hat Fuelcell Energy auch die Erwartungen der Analysten, die im Mittel mit einem Umsatz in Q1 24 von 26 Mio. USD gerechnet hatten, deutlich verfehlt. Nachdem im Vorjahr noch ein Quartalsgewinn gemeldet wurde, weist Fuelcell Energy für Q1 24 einen Verlust in Höhe von 11,7 Mio. USD aus.

Die Fuelcell-Aktie verliert in der letzten Woche 5,5 Prozent auf 1,03 Euro.

Tesla: Produktion in Grünheide steht nach Brandanschlag länger still

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Strommasten in einem Ortsteil von Gosen-Neu Zittau in der Nähe des Werks des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide wird die Produktion infolge des Stromausfalls und den verursachten Schäden vermutlich länger stillstehen als angenommen.

Zunächst ist die deutsche Tesla-Geschäftsführung davon ausgegangen, dass die Produktion der Gigafactory in Grünheide bis zum Ende dieser Woche stillstehen wird und hatte den Umsatzverlust durch den Produktionsausfall und die damit nicht verkauften Autos auf mehrere hundert Millionen Euro beziffert. Laut aktuellen Medienberichten geht man bei Tesla nunmehr davon aus, dass die Produktion voraussichtlich noch bis Ende der nächsten Woche ruhen wird.

Der Kurs der Tesla Aktie gibt in der letzten Woche um 14,1 Prozent auf 161,10 Euro nach.

RENIXX zum Wochenauftakt defensiv

In die neue Woche startet der RENIXX mit einem leichten Minus. Verluste verbuchen Sunnova, Enphase, EDP Renewables, Bloom Energy und Array Technologies. Zulegen können Xinyi Solar, Daqo New Energy, Goldwind, Ormat und Verbio.

Quelle: IWR Online

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