11.04.2013, 11:18 Uhr

Dänemark setzt auf das Smart Grid

Kopenhagen – Die Regierung in Dänemark setzt auf ein intelligentes Stromnetz und hat eine Smart-Grid-Strategie entwickelt, um den Dänen das Management des Energieverbrauchs zu erleichtern. Im Rahmen der nun vorgelegten Strategie sollen Stromzähler, die stündlich abgelesen werden können, mit variablen Stromtarifen kombiniert werden. Hierdurch sollen die Verbraucher den Strom dann nutzen können, wenn er besonders günstig ist. Der dänische Minister für Klima, Energie und Gebäude, Martin Lidegaard, erklärte, dass man den Kurs für ein intelligentes Stromnetz nun abgesteckt habe und so die Kosten des Wechsels zu nachhaltigen Energien sowie die Rechnungen der Stromverbraucher senken könne.

Dänemark nimmt Führungsposition beim Smart Grid ein

Dänemark sieht sich selbst innerhalb der Europäischen Union (EU) in einer Führungsposition bei Forschung, Entwicklung und Demonstration von Smart-Grid-Anwendungen. Durch die ganzheitliche Strategie könne das skandinavische Land die Chancen für einen globalen Markt in Milliardenhöhe für die kommenden zehn bis 15 Jahre ergreifen. Hans Peter Slente, Direktor des dänischen Energieindustrie-Verbands findet, dass die zahlreichen Smart-Grid-Aktivitäten international viel beachtet werden. Auch die neue Strategie könne dazu beitragen, neue Produkte und Dienstleistung in diesem Sektor zu generieren. Auch es ist der Meinung, dass Dänemark hinsichtlich der Smart-Grid-Technologien Vorreiter sei und er hofft auf das Potenzial für Export und Arbeitsplätze.

Dänemark als Smart-Grid-Modell für andere Länder

Die Verbraucher dazu zu ermutigen, Energie effizienter einzusetzen, ist aus Sicht der dänischen Regierung ein Schlüsselaspekt der Strategie. Die Fernablese-Fähigkeit der Stromzähler ist Grundlage dafür, dass die Verbraucher den Stromverbrauch optimieren können. Anders Stouge, stellvertretender Generaldirektor der Danish Energy Association, betont, dass nach der Strategie bei den ökonomischen Anreizen für die flächendeckende Versorgung mit den fernlesbaren Stromzählern noch Handlungsbedarf bestehe. Die Wirtschaft sei bereit. Die nächste Herausforderung bestehe darin, dass die Netzbetreiber Investitionen in das Smart Grid tätigen. Minister Lidegaard hofft, dass Dänemark seine Kräfte bündeln kann, um als "Forschungslabor" und Modell für andere Länder bei der Umsetzung eines Smart Grid zu dienen.

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© IWR, 2013