22.06.2007, 13:47 Uhr

Drei bayerische Gemeinden setzen gemeinsam auf geothermische Fernwärme

Geeste - Südbayern steckt voller Thermalwasser. Die begehrtesten Aufsuchungsgebiete sind nach Angaben der Geothermische Vereinigung - Bundesverband Geothermie e.V. bereits vergeben - nicht immer zur Zufriedenheit der Akteure. Streit bleibt nicht aus. Dass man sich auch zusammensetzen kann, um ein Vorhaben gemeinsam zu entwickeln, zeigen die Verantwortlichen der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim. Da gibt es das Erlaubnisfeld Ascaim, in dem heißes Thermalwasser erschlossen werden soll, von dem die Bürger aller drei Kommunen profitieren können.

Kurz hintereinander haben die Mitglieder der drei Räte (Aschheim am 24.05.2007, Kirchheim am 12.06.2007 und Feldkirchen am 14.06.2007) einmütig, eine interkommunale GmbH zur Erschließung der sauberen Energie aus der Tiefe zu gründen, um die Bürger der Gemeinden mit klimafreundlicher Fernwärme versorgen zu können. Am 19. Juni fand in Aschheim die erste gemeinsame Sitzung aller drei Räte statt, um das erste interkommunale Geothermieprojekt aus der Taufe zu heben. Quer durch alle Fraktionen und ohne eine Gegenstimme wurde eine Resolution verabschiedet und von den drei Bürgermeistern unterschrieben.
Zum ersten Mal haben sich in Bayern drei Gemeinden für ein gemeinsames Geothermieprojekt zusammengeschlossen. Jetzt begrüßte Helmut J. Englmann als Vorsitzender des interkommunalen Arbeitsausschusses die Bürgermeister und Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim zu einer "fast historischen Sitzung".
Vertreter der Fachbüros Erdwerk GmbH (Geologie/Bohrtechnik), Kess GmbH (Versorgungstechnik) und Augusta Unternehmensberatung GmbH (Wirtschaftlichkeit) stellten die Basisdaten des Vorhabens vor: Aus 2000 bis 2200 m Tiefe soll mit 2 Bohrungen 82 bis 85 Grad heißes Wasser gefördert werden. Die Fördermenge wird voraussichtlich 40 bis 65 Liter pro Sekunde betragen. Die Gesamtinvestition für das Geothermieprojekt beläuft sich auf rund 80 Mio. Euro in 30 Jahren. Mittellasten werden mit Biomasse abgedeckt. Der Zeitplan sieht vor, die interkommunalen GmbH im Spätherbst 2007 zu gründen und mit den Bohrungen ab Mitte 2008 zu beginnen. Bereits im Herbst 2008 / Frühjahr 2009 sollen die Fernwärmeleitungen verlegt, im Sommer 2009 die ersten Häuser angeschlossen werden.
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Quelle: iwr/22.06.07/