02.10.2013, 14:53 Uhr

Einspeisevergütungen treiben Ausbau der Erneuerbaren in Asien an

Köln – Neu eingeführte Einspeisevergütungen bewirken in Ländern wie Malaysia und Thailand einen verstärkten Ausbau von Biomassekraftwerken. Auch abseits der Boom-Länder Indien und China sind die Erneuerbaren auf dem Vormarsch. Bis 2020 könnten in Asien doppelt so viele Kapazitäten errichtet werden wie in Europa.

Das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog veröffentlichte am Montag die Studie „Biomass to Energy“, die den Weltmarkt für Biomassekraftwerke 2013 und 2014 analysiert. Demnach setzen viele asiatische Staaten mittlerweile verstärkt auf die Nutzung heimischer Energiequellen, um ihre Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Da aufgrund der klimatischen Verhältnisse feste Biomasse häufig in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, spielt diese bei der Stromgewinnung eine zentrale Rolle.

Asien wird Marktführer, Europa führt bei Investitionen

Diese Entwicklung werde besonders durch die Einführung von Einspeisevergütungen und weiteren Investitionsanreizen in Thailand, Indonesien, Malaysia und den Philippinen angetrieben. ecoprog schätzt, dass in Asien bis 2020 jährlich neue Kapazitäten mit einer Leistung von rund 1.000 Megawatt (MW) ans Netz gehen werden. Dem gegenüber stehe ein Rückgang des Ausbaus in Europa von derzeit 80 Anlagen auf 50 Anlagen pro Jahr. Grund hierfür sei die Reduzierung der Förderung in vielen Ländern sowie deren Neuausrichtung auf Kleinanlagen mit Abwärmenutzung. Europa werde seinen Platz als führender Markt abgeben müssen, allerdings werden die Investitionen aufgrund des weiter entwickelten Ausbaustandards und einem stärkeren Instandhaltungsbedarf am höchsten bleiben, so ein Fazit der Gutachter.

Aktuell sind nach der Studie der Studie weltweit 2.350 Biomassekraftwerke in Betrieb. Sie verfügen über eine Gesamtleistung von rund 37.000 MW. In den kommenden acht Jahren sollen fast 2.200 Biomassekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 17.500 MW zugebaut werden. Die jährlichen Investitionen in Neubau und Instandhaltung belaufen sich nach ecoprog-Angaben auf rund zehn Milliarden Euro.

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