11.05.2011, 15:55 Uhr

Fraunhofer-Wissenschaftler erforschen "Hybride Stadtspeicher"

München - Fraunhofer-Forscher entwickeln im Zukunfts-Projekt "Hybride Stadtspeicher" Konzepte zur dezentralen Speicherung von Energie. Diese Speicherung könnte direkt in Lithium-Batterien oder aber indirekt durch intelligente Stromerzeuger und -verbraucher erfolgen. Das Konzept der hybriden Stadtspeicher umfasst sowohl die Strom- als auch die Wärmeerzeugung.

Forscher aus vier Fraunhofer-Instituten wollen die Herausforderungen, die ein durch regenerative Energien geprägtes Energiesystem in sich birgt, gemeinsam angehen. Dr.-Ing. Christian Doetsch vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen und Leiter des Konsortiums: "Wir entwickeln dezentrale hybride Stadtspeicher. Überschüssiger Strom soll bei den einzelnen Kunden gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen werden." Zu viel produzierter Strom wird also nicht in einem zentralen Speicher gelagert, sondern in vielen kleinen, die bei den Verbrauchern zu Hause untergebracht sind – etwa Lithium-Batterien. Weiterhin können auch Wärmespeicher, die mit Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen gekoppelt sind, indirekt für einen Ausgleich im Stromnetz sorgen. Zentral gesteuert erzeugen sie aus Netzsicht je nach Bedarf Strom oder verbrauchen ihn. So ergeben viele einzelne kleinere Speicher mit intelligenten Stromerzeugern oder Wärmepumpen im Bereich von 5 bis 50 Kilowatt zusammen einen Gesamt-Speicher, der im drei- bis vierstelligen Kilowattbereich liegt.

Im Fokus stehen dabei dezentrale Energieerzeuger wie z.B. Blockheizkraftwerke im Keller, Lithium-Batterien sowie kompakte Wärmespeicher. Gesteuert werden sollen die Blockheizkraftwerke und die Lithium-Batterien von einem Softwaresystem, dem FlexController. Der Entwicklungsstand bei den drei Teilthemen des Projekts ist unterschiedlich. Während die Forscher an den thermischen Speichern bereits seit einiger Zeit arbeiten, starten sie beim FlexController mit etwas ganz Neuem. Alle Entwicklungen sollen jedoch in etwa drei Jahren weitestgehend abgeschlossen sein, planen die Wissenschaftler.

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