06.06.2012, 08:25 Uhr

Gauck: Energiewende kann nicht mit Planwirtschaft gelingen

Berlin - Zur Eröffnung der Woche der Umwelt im Park von Schloss Bellevue hat sich Bundespräsident Joachim Gauck auch zur Energiewende geäußert. Seiner Meinung nach werde es nicht gelingen, dieses ehrgeizige Projekt allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen zum Erfolg zu führen. Auch ein Übermaß an Subventionen sei nicht hilfreich. Gauck hob hervor, dass die Energiewende mit überzeugenden Innovationen und im fairen Wettbewerb gelingen könne. Auf der vierten Woche der Umwelt innerhalb von zehn Jahren sind fast 200 Aussteller aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Stiftungen und der Politik vertreten. Die Idee geht auf den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau zurück.

Kliamschutz: Alle führenden Industrienationen müssen mitmachen

In Bezug auf den internationalen Klimaschutz stellte Gauck fest, das seit der Kliamkonferentz von Rio nun 20 Jahre vergangen sind, dass aber der globale Ausstoß an Kohlenstoffdioxid um rund die Hälfte angestiegen ist. Viele Wald- und Ackerböden seien erodiert, viele Tier- und Pflanzenarten bedroht. Führende Klimaforscher warnen, es sei keine Fiktion, sondern es werde geschehen, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt. All das sei nur äußerst schwer zu bremsen und das sei alarmierend, so Gauck. Einen kleinen Schritt nach vorne habe die internationale Staatengemeinschaft Ende letzten Jahres in Durban beschlossen, nämlich sich endlich auf den Weg zu machen zu einem globalen Klimaabkommen ab dem Jahr 2020. Gauck betonte, das alle führenden Industrienationen in Europa und weltweit bereit sein müssen, diesen Weg mitzugehen. Deutschland ebenso wie die USA, Japan, Kanada, China und Indien. Wer hier bremse, um sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen, schade langfristig sich selbst und ganz gewiss allen anderen, so das Fazit des Bundespräsidenten.

Energie- und Umweltpolitik


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