26.02.2013, 17:29 Uhr

Gesetzentwurf erlaubt Fracking mit Umweltauflagen

Berlin – Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) haben einen gemeinsamen Gesetzentwurf zum umstrittenen Fracking vorgelegt. Medienberichten zufolge sieht dieser Entwurf vor, dass Fracking zur Gewinnung von Schiefergas in Trinkwasserschutzgebieten grundsätzlich verboten sein soll. Zudem sollen die Projekte demnach vor der Genehmigung eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminster Habeck gegen Fracking

Gegenwind gegen die Fracking-Vorstellungen der Regierung kommt aus Schleswig-Holstein. Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) fordert ein gesetzliches Verbot dieser Risikotechnologie. Habeck betonte zudem: "Fracking und CCS sind nichts als Herzschrittmachertechnologien des fossilen Energiezeitalters. Dieses Zeitalter wollen und müssen wir beenden, Wiederbelebungsversuche sind falsch. Zukunft hat nur der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien."

Industrie begrüßt Regierungs-Vorschlag

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) begrüßt die Entscheidung zur Förderung von Schiefergas. BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber: "Es ist richtig und wichtig, dass die Nutzung von heimischem Schiefergas mittels Fracking nicht grundsätzlich für die Energieversorgung des Landes ausgeschlossen wird." Die vielfältigen Herausforderungen der Energiewende machten es notwendig, dass Deutschland als Rohstoffland und Technologiestandort gestärkt werde, so Kerber. Erdgas werde noch für viele Jahre gerade zur Begleitung der erneuerbaren Energien in Deutschland gebraucht.

VKU: Vorschläge gehen in die richtige Richtung

Für den Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sind die Vorschläge nur konsequent: "Die Bundesregierung greift endlich die Forderung der kommunalen Wasserwirtschaft auf und passt den Gesetzesrahmen an", kommentiert VKU-Vizepräsident Michael Beckereit. "Die Regelungsvorschläge sind grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung", sagt der VKU-Vizepräsident und fordert "dass die vorliegenden Entwürfe konkreter werden müssen, damit sie auch in der Praxis angemessen vollzogen werden können." Es müsse klar sein, dass ein Bohrverbot in Wasserschutzgebieten auch ein Unterbohren der Gebiete beinhalten muss. Zudem müsse die einvernehmliche Einbindung der Wasserbehörden beinhalten, dass sie eine verlässliche Entscheidungsgrundlage über die zum Einsatz kommenden Chemikalien bekommen.

Experten: Deutsches Fracking-Gas reicht nur für 13 Jahre

Der Einstieg in die Fracking-Technologie könnte die Importabhängigkeit bei Erdgas temporär reduzieren. Es ist demnach zwar möglich, russisches oder norwegisches Erdgas für eine begrenzte Zeit durch heimisches Fracking-Gas zu ersetzen. Allerdings ist das eine eher kurzsichtige Betrachtung: Nach Einschätzung von Experten könnte die zur Verfügung stehende deutsche Schiefergasmenge lediglich ausreichen, um die Versorgung in Deutschland mit Erdgas über einen Zeitraum von etwa 13 Jahren zu decken.


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