Heizungs-Wärmepumpen 2025: Absatz steigt um 55 Prozent – Branche verlangt klare Regeln im Gebäudeenergiegesetz

© Adobe Stock
Berlin - Die Wärmepumpen-Branche verzeichnet 2025 ein deutliches Absatzplus. Fast die Hälfte aller verkauften Wärmeerzeuger entfällt auf Wärmepumpen, die Technologie gewinnt in Deutschland deutlich an Boden und erreicht einen wichtigen Meilenstein. Die weitere Entwicklung hängt eng von den politischen Rahmenbedingungen ab.
Mit 299.000 verkauften Heizungs-Wärmepumpen stieg der Absatz im Jahr 2025 um über 50 Prozent. Parallel zum Absatz legte auch die Zahl der Förderzusagen stärker zu, was die Branche als Bestätigung des aktuellen Förderregimes wertet. Entscheidend für die Stabilisierung des Marktes seien aber verlässliche Regeln im Gebäudeenergiegesetz sowie eine langfristige Heizungsförderung, so der Bundesverband Wärmepumpe.
Absatzboom bei Wärmepumpen: Fast jeder zweite verkaufte Wärmeerzeuger ist jetzt eine Wärmepumpe
Die deutsche Wärmepumpenbranche hat 2025 ein deutliches Wachstum verzeichnet: 299.000 Heizungs-Wärmepumpen wurden verkauft – ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entfallen erstmals knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger auf Wärmepumpen. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) führt den Erfolg vor allem auf steigendes Vertrauen in die Technologie zurück.
Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP, betont: „Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt.“ Zudem würden Verbraucherinnen und Verbraucher das Verheizen von Gas und Öl zunehmend „mit Preisrisiken, Unsicherheiten der Versorgung und negativen Auswirkungen auf das Klima“ verbinden.
Für die Branche ist klar, dass die Nachfrage nicht allein aus technologischer Überzeugung wächst, sondern auch aus der Erwartung, dass die Wärmepumpe langfristig die wirtschaftlich und politisch verlässlichste Option bleibt.
Förderstatistik zeigt: Investitionen in Bestandsgebäude treiben den Markt
Parallel zum Absatzwachstum stieg auch die Bedeutung der Förderung deutlich: Für 2025 liegen laut offizieller Statistik über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen vor – ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der BWP sieht darin eine klare Bestätigung des Förderregimes, das Investitionen in veraltete Heizungsbestände belohnt und lokale Wertschöpfung in Industrie und Handwerk auslöst.
Sabel erklärt: „Verbraucherinnen und Verbraucher haben das aktuelle Förderregime sehr gut angenommen. Es belohnt Investitionen und löst damit lokale Wertschöpfung in der mittelständischen Heizungsindustrie und im örtlichen Fachhandwerk aus.“
Dabei entfällt der Großteil der Nachfrage auf Bestandsgebäude: „Die KfW-Heizungsförderung wird nur im Bestand gewährt, wo mittlerweile knapp 80 Prozent des Absatzes von Wärmepumpen erzielt wird“, so Sabel weiter. Die Zahlen entkräften damit häufig geäußerte Vorurteile, dass Wärmepumpen nur in Neubauten oder speziellen Gebäudetypen sinnvoll seien.
Politische Rahmenbedingungen entscheiden über Wachstumskurs
Für die Branche ist der nächste Wachstumsschritt eng an politische Entscheidungen gekoppelt - vor allem an die anstehende Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Der BWP warnt davor, dass ein neues Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden.
Sabel fordert zur Aktivierung des Marktes klare Signale und einen „belastbaren Weg in Richtung Energiesouveränität und Klimaneutralität“ und betont: „Es ist richtig, dass der Wärmemarkt sein Potenzial derzeit noch nicht abruft, weil viele Hauseigentümer mit der neuen Heizung auf die politischen Entscheidungen warten.“
Auch die kommunale Wärmeplanung wird als ergänzende Orientierung gesehen, reicht aber laut BWP allein nicht aus: „Die Aussagen kommunaler Wärmepläne zu Gas- und Fernwärmenetzen sind hingegen häufig vage und vor allem unverbindlich. Ohne die klare Orientierung durch das GEG bilden sie keine belastbare Investitionsgrundlage.“
Marktstruktur: Luft-Wasser-Wärmepumpen klar wichtigste Technologie
Die dominierende Technologie ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem Anteil von 95 Prozent, Erdreich-Wärmepumpen erreichen mit 16.000 Anlagen 5 Prozent. Neben Heizungs-Wärmepumpen wurden 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen verkauft, die ausschließlich Trinkwasser erwärmen. Dieser Bereich verzeichnet ein Wachstum von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2026