26.08.2011, 11:29 Uhr

Japans Ministerpräsident Kan tritt zurück

Münster - Der Ministerpräsident von Japan, Naoto Kan, ist zurückgetreten. Medienberichten zufolge habe der seit einem Jahr amtierende Kan am heutigen Freitag wie zuvor angekündigt seinen Rücktritt bekannt gegeben. Als möglicher Nachfolger gelte Ex-Außenminister Seiji Maehara.

Krisenmanagement nach Fukushima

Nicht zuletzt die Atomkatastrophe von Fukushima hat den Regierungschef zu Fall gebracht. Das Krisenmangement nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami sowie der anschließenden Nuklearkatastrophe wurde von vielen Seiten kritisiert. Die Gefahren für die Bevölkerung in der Region Fukushima sind immer noch schwer abschätzbar. Zuletzt war in der Zeitung Tokyo Shimbun zu lesen, dass die in Fukushima ausgetretene Menge an Cäsium-137 Ionen um 168 Mal höher sei als dies beim Abwurf der Atombombe von Hiroshima 1945 der Fall war. Die Regierung hatte derartige Vergleiche als "irrational" bezeichnet.

Regierung sieht Mitschuld bei TEPCO

Für Aufsehen sorgte auch eine Pressemitteilung des japanischen Ministeriums für Nuklear- und Industriesicherheit, nach der TEPCO noch unmittelbar vor der Tsunamikatastrohe am 7. März 2011 die Schutzwürdigkeit von Fukushima Daichii bei einem Tsunami mit einer Höhe von mehr als 10 Meter in Frage stellte. Regierungssprecher Yukio Edano ließ gegenüber der Nachrichtenagentur Jiji verlauten, TEPCO sei den Vorsichtsmaßnahmen nicht in ausreichendem Maße nachgekommen.

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