15.09.2026, 13:08 Uhr

Nel richtet PEM-Produktion strategisch neu aus - Kerntechnologie aus den USA, regionale Anlagenintegration in globalen Märkten


© Nel ASA

Oslo/Aberdeen - Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller Nel ASA baut seine europäischen Produktions- und Lieferstrukturen für PEM-Elektrolyseure aus. Das Unternehmen hat mit dem britischen Systemanbieter Hydrasun einen Rahmenvertrag über die Montage und Integration seiner modularen MC-Series geschlossen. Dafür baut Hydrasun am Standort Aberdeen Kapazitäten für die Anlagenintegration auf.

Nel setzt bei seiner PEM-Technologie künftig auf eine klare Arbeitsteilung zwischen eigener Kerntechnologie und regionaler Anlagenintegration. Die PEM-Stacks werden weiterhin im US-Werk in Wallingford produziert, während Partner die Stacks in den jeweiligen Märkten zu vollständigen Elektrolyseursystemen integrieren.

PEM-Stacks aus den USA - Anlagenintegration künftig auch in Aberdeen

Hydrasun wird in Aberdeen Produktionskapazitäten für die Montage und Integration der containerisierten MC-Series aufbauen. Die Plattform wird derzeit in modularen Konfigurationen mit 1,25 MW und 2,5 MW angeboten. Hydrasun übernimmt die Beschaffung, Fertigung und Integration der Balance-of-Plant-Systeme rund um die von Nel gelieferten Elektrolyseur-Stacks. Finanzielle Details der Rahmenvereinbarung wurden nicht genannt.

Für Nel ergänzt der Standort die bereits bestehende Integrationsstruktur in den USA. Das Unternehmen erweitert damit seine Fertigungsflexibilität und bringt die Anlagenintegration näher an den europäischen Absatzmarkt, während die Produktion der technologischen Kernkomponente in Wallingford konzentriert bleibt. Das US-Werk verfügt über eine jährliche Produktionskapazität für PEM-Stacks von 500 MW.

Die PEM-Technologie hat für Nel derzeit eine hohe Bedeutung. Im zweiten Quartal 2026 entfielen 96 Prozent des Auftragseingangs von insgesamt 230 Mio. NOK auf das PEM-Segment. Der PEM-Auftragsbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um 147 Mio. NOK auf 990 Mio. NOK.

Schottland unterstützt Aufbau der Elektrolyseur-Fertigung in Aberdeen

Hydrasun investiert für die neue Fertigungskapazität in die Modernisierung seiner Anlagen in Aberdeen. Das Vorhaben wird durch den Just Transition Fund der schottischen Regierung unterstützt. Für Hydrasuns Projekt "Electrolyser Manufacturing Capability" sind für den Zeitraum 2026 bis 2029 Fördermittel von 1,97 Mio. Pfund vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens könnten bis zu zwölf neue Arbeitsplätze entstehen und weitere elf bestehende Stellen gesichert werden.

Der Aufbau der Elektrolyseur-Integration fügt sich in den industriepolitischen Umbau im Nordosten Schottlands ein. Der mit insgesamt 500 Mio. Pfund ausgestattete Just Transition Fund soll über einen Zeitraum von zehn Jahren insbesondere in Aberdeen, Aberdeenshire und Moray neue wirtschaftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze im Zuge des Übergangs von der Öl- und Gasindustrie zu klimafreundlicheren Technologien unterstützen.

Für Nel ist Aberdeen damit der europäische Baustein einer stärker regionalisierten Produktionsstruktur. Die technologisch zentrale PEM-Stack-Produktion verbleibt in den USA, während die Anlagenintegration näher an den jeweiligen Absatzmärkten erfolgt. Das soll die Lieferketten flexibler machen und die Skalierung standardisierter, modularer PEM-Elektrolyseure in unterschiedlichen Märkten erleichtern.

Quelle: IWR Online

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