15.09.2011, 11:07 Uhr

Ökostrom: Monopolkommission empfiehlt Abkehr von Einspeisetarifen

Bonn – Die als Beratungsgremium der Bundesregierung fungierende Monopolkommission hat in ihrem jüngsten Sondergutachten "Energie 2011" die Einführung eines Quotensystems für erneuerbaren Energien gefordert. Darin heißt es, dass eine marktkonformere Ausgestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bei der jüngsten Novelle verpasst worden sei. Um Marktverzerrungen zukünftig zu vermeiden, solle deshalb ein grundsätzlicher Systemwechsel in der Energiepolitik vollzogen werden. Die geplante Einführung einer Marktprämie für erneuerbare Energien sieht die Kommission als nicht ausreichend an.

Vielmehr solle der Umstieg auf ein Quotensystem erfolgen, bei dem Strom aus erneuerbaren Energiequellen separat zu konventionell produziertem Strom gehandelt wird. Die Händler werden im Quotenmodell zugleich verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihres Angebots aus erneuerbaren Quellen zu Beschaffen. Die Vorteile, die die Monopolkommission darin sieht, sind eine marktgerechtere Förderung der einzelnen erneuerbaren Energien und Vorteile für die Verbraucher. Denn der Monopolkommission nach würden die Kosten bei einer Beibehaltung der bisherigen Einspeisevergütung - finanziert durch eine Umlage auf die Verbraucher - zukünftig in unbezahlbare Höhen steigen. Beim Quotensystem hingegen würden die Belastungen sinken, so die Bonner Kommission.

BEE: feste Einspeisevergütungen als zentraler Hebel für Energiewende

Beim Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) kann man die Kritik am Modell der Einspeisevergütung nicht nachvollziehen. Dort sieht man das EEG als Erfolgsmodell, welches auch international Nachahmer findet. So hatte das BEE erst vor kurzem den Trend bestätigt, dass Deutschland mit seiner EE-Förderung als Vorbild gelte. Unter anderem würden in Japan und China feste Einspeisetarife eingeführt. In Japan bedeutet dies gar eine Umkehr von einem Quotensystem. „Die teilweise Kritik, feste Einspeisetarife seien zu teuer und würden an ihre Grenzen stoßen, bestätigt sich nicht“, stellte BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann bereits Ende August zu dem Thema fest. „Auch das EEG hat sich nicht überlebt, es ist und bleibt der zentrale Hebel für den notwendigen Umbau der Energieversorgung hierzulande.“

BEE: Feste Einspeisetarife für Erneuerbare setzen sich weltweit durch


© IWR, 2011