30.04.2014, 16:10 Uhr

Ölpest im Münsterland: Ursprung des Öl-Lecks weiter unklar

Münster – Auch zweieinhalb Wochen nachdem ein Landwirt im Kreis Borken erstmals Erdöl auf einer Weide entdeckt hat, geht die Suche nach der Ursache weiter. Derzeit ist immer noch nicht genau geklärt, wo genau sich das Öl-Leck in der Salzkaverne in Gronau-Epe befindet.

Insgesamt sind bislang bereits etwa 200.000 Liter Rohöl ausgetreten und haben das Erdreich kontaminiert. Bei Experten und Verantwortlichen erhärtet sich allerdings der Verdacht, dass sich das Leck im Bereich der unterirdischen Salzkaverne S 5 befindet.

Sondersitzung des Umweltausschusses des Kreises Borken ohne konkretes Ergebnis

Am Dienstagabend (29.04.2014) war eine Sondersitzung des Umweltausschusses des Kreises Borken anberaumt. Dabei sollte die Frage erörtert werden, wo genau das Öl aus der Salzkaverne austritt. Wie die zuständige Bezirksregierung Arnsberg allerdings Medienberichten zufolge im Rahmen der Ausschusssitzung mitteilte, konnte das Leck nach wie vor nicht lokalisiert werden. Vermutet wird, dass ein in etwa 1.000 m Tiefe führendes einbetoniertes Stahlrohr undicht ist. Auch der Betreiber der Öllagers, die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW), geht von dieser Theorie aus. Über das Stahlrohr wird das Öl in die Salzkaverne geleitet. Die Salzkavernen sind Teil der nationalen Notreserve der Bundesrepublik. Seit 40 Jahren lagern bei Gronau-Epe rund 1,4 Millionen Kubikmeter Öl.

200.000 Liter Öl bedrohen Boden und Grundwasser

Seit Montag wird in der Nähe der Kaverne eine Bohrung durchgeführt. Auf der Grundlage dieser Bohrung, die durch Ton- und Mergelschichten bis in ca. 220 Meter Tiefe hinabgetrieben wird, erhoffen man sich weitere Erkenntnisse über die Ursache und mögliche Wegsamkeiten innerhalb der geologischen Strukturen des Untergrundes.

Insgesamt sind in Gronau im Bereich der unterirdischen Lagerstätte bislang schätzungsweise 200.000 Liter Öl ausgelaufen. 35.000 Liter Erdöl, so der WDR unter Verweis auf Angaben der Bezirksregierung Arnsberg, sind bereits abgesaugt worden. Es bleiben also noch 165.000 Liter, die in dem geschützten Moor- und Heidegebiet Amtsvenn bei Gronau-Epe bereits unkontrolliert an die Erdoberfläche getreten sind oder aber sich noch im Erdreich befinden und das Grundwasser bedrohen. Um einen Schutz gegen weiteres Abfließen des oberflächennahen Grundwassers zu gewährleisten, wird eine abdichtende Schlitzwand in den Erdboden getrieben. Die Schutzwand soll bis in die geologisch abdichtende Tonschicht reichen. Noch ist unklar, wie hoch die Kosten für die Suche nach dem Leck und die Sanierung des Naturschutzgebietes sein werden. Die Reinigungs- und Sanierungsmaßnahmen werden voraussichtlich aber Jahre dauern.

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