23.09.2014, 08:32 Uhr

Österreich spürt die Folgen des Klimawandels

Hamburg - Der Klimawandel ist überall zu spüren. Eine umfangreiche Studie belegt nun, dass Österreich stärker betroffen ist als andere Länder. Dies macht sich bei der Temperaturentwicklung, aber auch bei der Anzahl der extremen Wettersituationen bemerkbar. 240 Wissenschaftler waren an der Untersuchung beteiligt.

Nach dreijährigen Untersuchungen ist eine Studie vom Austrian Panel on Climate Change (APCC) veröffentlicht worden: Etwa 240 österreichische Wissenschaftler waren an dem 1.100 Seiten starken Werk beteiligt. Danach ist der Temperaturanstieg in Österreich besonders ausgeprägt.

Österreich: Doppelt so starker Temperaturanstieg

Beim Temperaturanstieg ist Österreich laut Studie doppelt so stark betroffen wie der globale Durchschnitt. Seit 1880 stieg die Temperatur dort um fast zwei Grad. Der globale Temperaturanstieg lag in demselben Zeitraum bei 0,85 Grad. Bei der Messung ab 1980 ist die Auswirkung noch dramatischer: Die Temperatur stieg in Österreich im Durchschnitt um ein ganzes Grad, weltweit "nur" ein halbes. Eine anderes Ergebnis der Studie ist, dass die Temperatur bis 2050 im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 im Winter um 1,6 Grad und im Sommer um 1,7 Grad höher ist. Es besteht die Gefahr, dass sich die Temperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts im Durchschnitt um 3,5 Grad erhöht.

Unwetter nehmen zu: Mehr Wetterextreme in Österreich

Wie auch in anderen Ländern war in Österreich die Häufung von Wetterextremen aufgefallen. „Allein in den vergangenen elf Jahren hatten wir zwei Jahrhunderthochwasser. Die Leidtragenden sind praktisch in allen Bereichen zu finden: In Land- und Forstwirtschaft, Ökosystemen, bei der Biodiversität, im Tourismus und auch dem Gesundheitssystem“, sagte Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Österreichischen Klimafonds.

Energiepolitik: Bereits jetzt über 65 Prozent aus Erneuerbaren

Bereits 2012 hatte Österreich einen Stromanteil aus erneuerbaren Energien von über 65 Prozent. Der Großteil davon fiel der Wasserkraft zu. Trotzdem werden von den Umweltorganisationen wie Greenpeace und WWF Rufe laut, so schnell wie möglich vollends auf erneuerbare Energien umzusteigen. Österreich verfügt über große Potenziale im Bereich der regenerativen Energien. Erst kürzlich wurde eine Studie zum realisierbaren Windpotential in Österreich zwischen 2020 und 2030 veröffentlicht. Diese zeigt, dass der Windenergieanteil auf ein Viertel des Stromverbrauchs gesteigert werden kann. Damit könnte Österreich den gesamten Stromverbrauch durch erneuerbare Energien abdecken.

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