14.11.2014, 15:05 Uhr

Offshore: Kleinere Global-Tech-I-Gesellschafter sind insolvent

Münster – Für den Offshore-Windpark Global Tech I sind seit Ende August 2014 alle 80 Windturbinen fertig errichtet. Der Netzanschluss soll zeitnah erfolgen, doch nun sind zwei Gesellschafter der Projektgesellschaft Global Tech I Offshore Wind GmbH mit einem Anteil von jeweils fünf Prozent insolvent. Auf die Umsetzung des Offshore-Projektes soll dies aber keine Auswirkungen haben.

Über das Vermögen der beiden in Köln ansässigen Firmen FC Wind 1 GmbH und FC Wind 2 GmbH wurde nun das Insolvenzverfahren eröffnet. Grund ist die Zahlungsunfähigkeit der beiden Firmen. Aus Sicht der Projetgesellschaft Global Tech I Offshore Wind GmbH hat dies aber keine Auswirkungen für den Nordsee-Windpark, da die Finanzierung gesichert sei.

Projekt-Finanzierung des Offshore-Parks ist vollständig gesichert

Dies erklärte die Global Tech I Offshore Wind GmbH auf Anfrage von IWR Online. Die Finanzierung des Windparks erfolgt durch Eigenkapital und Bankenkredite. Sie sei vollständig gesichert, daher habe eine mögliche Insolvenz der FC Wind 1 GmbH und FC Wind 2 GmbH keinerlei Auswirkungen auf die Umsetzung des Projekts. Wie es weiter von Seiten der Projektgesellschaft heißt, hätten alle Anteilseigner ihre Eigenkapitaleinlagen bereits geleistet und die Gesellschafterunternehmen hätten gegenüber der Projektgesellschaft alle Verpflichtungen erfüllt.

Windpark wird umgesetzt

Für die Finanzierung des Fremdkapitals konnten im Sommer 2011 ein Konsortium aus 16 internationalen Geschäftsbanken sowie der Europäische Investitionsbank und der KfW gewonnen werden. Die Inbetriebnahme des Nordsee-Windparks werde mit großem Engagement vorangetrieben, heißt es. Rund 100 Personen arbeiten laut der Global Tech I Offshore Wind GmbH direkt für die Projektgesellschaft in Hamburg, die den Windpark – unabhängig von den Strukturen der Gesellschafter – operativ umsetzt.

Auch Windreich pleite

Mit der Windreich AG steckt ein weiterer Gesellschafter der Projektgesellschaft in finanziellen Schwierigkeiten. Der Windparkprojektierer hatte bereits Anfang September beim Amtsgericht Esslingen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zudem hatte Unternehmenschef und -gründer Willi Balz zu dem Zeitpunkt das Unternehmen für einige Zeit verlassen. Inzwischen sitzt Balz aber wieder als Geschäftsführer an der Spitze von Windreich, die mit 0,05 Prozent an der Global-Tech-I-Projektgesellschaft beteiligt ist. Bei den nun ebenfalls insolventen Gesellschaften, die beide mit der gleichen Adresse in Köln registriert sind, ist Roderich Pilars de Pilar jeweils Geschäftsführer. Das Insolvenzverfahren wurde am Dienstag in dieser Woche (11.11.2014) eröffnet. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Jörg Nerlich.

Global Tech I: Regulärer Netzanschluss soll Anfang 2015 da sein

Ende August 2014 wurde im Windpark Global Tech I die Installation der 80. undd damit letzten Windenergieanlage von Areva erfolgreich abgeschlossen. Auf einer Fläche von etwa 41 Quadratkilometern rund 100 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste soll der 400 Megawatt große Windpark demnächst Strom erzeugen. Allerdgins fehlt noch der Netzanschluss. Den Probebetrieb des Netzanschlusses möchte Tennet im vierten Quartal dieses Jahres starten. Während dieser Testphase können die Windkraftanlagen bereits erste Strommengen einspeisen. Der reguläre Netzanschluss soll dann Anfang 2015 zur Verfügung stehen. Da der Netzanschluss mehrfach verschoben wurde, hatte Global Tech I den Bauzeiten-Plan soweit wie möglich angepasst und die Turbineninstallation zu einem späteren Zeitpunkt begonnen.

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