27.08.2014, 16:10 Uhr

Offshore-Zulieferer entlässt ein Drittel der Belegschaft

Münster – Die Branche der Offshore-Windindustrie ist stark von den politischen Rahmenbedingungen in dem in Deutschland noch relativ jungen Marktsegment abhängig. Bleiben die Investitionen und damit die Aufträge aus, so kann dies Arbeitsplätze kosten. Dieser Fall ist nun in Bremerhaven bei einem Hersteller von Fundamenten für Offshore-Windkraftanlagen geschehen.

Nun will sich die Weserwind GmbH Offshore Construction Georgsmarienhütte neu strukturieren. Dabei sollen mindestens 130 von insgesamt 400 Mitarbeiter entlassen werden, berichtet der Weserkurier.

Mehr als ein Drittel der Belegschaft muss gehen

Das Unternehmen, das 2003 von Bremen nach Bremerhaven umgezogen ist, fertigt in der neuen Produktionsstätte Offshore-Fundamente wie z.B. Tripods oder Jackets. In die Fabrik in Bremerhaven, die seit Mitte 2011 in Betrieb ist, wurden 60 Millionen Euro investiert. Die Mittel kommen teilweise von der Stadt und der Wirtschaftsförderung in Bremerhaven. Die Anlage kann bis zu 100 Tripods im Jahr endmontieren. Doch es fehlen die Aufträge. In einer Betriebsversammlung am Montag (25.08.2014) wurde den Mitarbeitern eröffnet, dass mehr als ein Drittel der Belegschaft gehen muss. Das zur Georgsmarienhütte Holding GmbH gehörende Unternehmen will sich neu strukturieren.

Geschäftsfelder breiter aufstellen

Weserwind will sich zukünftig auf seine Kernkompetenz fokussieren und die Fertigung auf den schweren Stahlbau ausrichten. Dies umfasst nach wie vor den Bau von Offshore-Gründungsstrukturen wie Tripods, Transition Pieces für Monopiles oder Jackets. Aber die Geschäftsfelder sollen breiter aufgestellt werden. So sind zukünftig beispielsweise auch schwere Kranbrücken bei Weserwind herstellbar. "Wir sind innerbetrieblich so aufgestellt, dass wir mit gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und hoher Sachkompetenz schweren Stahlbau nicht nur für die Offshore-Industrie herstellen können", so Dr. Michael Schiller, Geschäftsführer von Weserwind.

Markttrend verpasst?

Die konkrete Zahl von 130 Entlassungen wollte die Muttergesellschaft Georgsmarienhütte Holding GmbH nicht bestätigen. Doch in einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, dass die Neuausrichtung auch eine Personalanpassung bedingt, von der insgesamt rund ein Drittel der Belegschaft sowohl in der Administration wie auch in der Produktion betroffen sein werden. Möglicherweise wurde bei Weserwind eine Marktentwicklung verpasst. So sieht es laut Weserkurier ein Gewerkschafter. Der Trend sei längst zu Monopiles gegangen, bei Weserwind hatte man sich jedoch auf Tripoden spezialisiert.

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