17.08.2026, 16:46 Uhr

SMA Solar mit Rekordauftragseingang – Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 deutlich verbessert


© SMA Solar

Niestetal – Die SMA Solar Technology AG hat die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Trotz eines nach SMA-Angaben intensiven Wettbewerbs und geopolitischer Unsicherheiten konnte das Unternehmen einen Rekordauftragseingang in der Division Large Scale & Project Solutions verzeichnen und den Auftragsbestand deutlich ausbauen.

Der Auftragszuwachs fällt in eine Phase, in der SMA sein laufendes Restrukturierungs- und Transformationsprogramm mit dem Ziel der Kostensenkung fortsetzt. Der Vorstand wertet den Rekordauftragseingang als Beleg dafür, sich in einem von verschärftem Wettbewerb und handelspolitischen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld gut behaupten zu können.

Konzernergebnis dreht deutlich ins Plus

Der Konzernumsatz blieb mit 686,6 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (684,9 Mio. Euro); ohne den mindernden Zolleffekt hätte er nach Unternehmensangaben bei 708,9 Mio. Euro gelegen. Das EBITDA einschließlich Sondereffekte stieg auf 88,3 Mio. Euro nach 9,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, das EBIT drehte von −19,0 Mio. Euro auf 62,4 Mio. Euro ins Positive. Das Konzernergebnis stieg auf 72,8 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: −42,4 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie auf 2,10 Euro (Vorjahreszeitraum: −1,22 Euro). Die Verbesserung geht laut SMA im Wesentlichen auf Sondereffekte zurück: die Auflösung zuvor wertberichtigter Vorräte (22,4 Mio. Euro), erfolgswirksame US-Zollrückerstattungen (18,6 Mio. Euro) sowie aufgelöste Personalrückstellungen (3,1 Mio. Euro). Das Vorjahresergebnis war durch Wertminderungen auf Vorräte sowie eine Forderungswertberichtigung infolge eines Insolvenzantrags eines Kunden in den USA belastet. Die Division Home & Business Solutions steigerte ihren Umsatz um 24,5 Prozent auf 144,5 Mio. Euro und verbesserte ihr EBIT von −129,2 Mio. auf −21,5 Mio. Euro.

Auftragsbestand wächst auf 1,75 Milliarden Euro

Der Auftragsbestand der SMA-Gruppe erhöhte sich zum 30. Juni 2026 auf 1,75 Mrd. Euro, nach 1,16 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Grund war ein Rekordauftragseingang im zweiten Quartal in der Division Large Scale & Project Solutions, der auch zeitraumbezogene Umsatzrealisierungen aus Batteriespeicherprojekten der Altenso GmbH einschließt. Mit 1,43 Mrd. Euro entfallen drei Viertel des Bestands auf das Produktgeschäft (Vorjahr: 848,3 Mio. Euro). Der Divisionsumsatz sank dagegen um 4,7 Prozent auf 542,1 Mio. Euro, vor allem wegen mindernder Zollrückerstattungseffekte an Kunden.

US-Zollurteil bringt SMA Rückerstattungen

Ein Teil der Ergebnisverbesserung geht auf ein Urteil des Supreme Court der USA vom 20. Februar 2026 zurück, der die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Importzölle mit 6:3-Mehrheit für rechtswidrig erklärte. Das US-Handelsgericht Court of International Trade ordnete am 4. März 2026 die Rückerstattung bereits gezahlter IEEPA-Zölle an. Bei SMA wirkten sich zwei gegenläufige Effekte aus: Die an Kunden weitergegebene Rückerstattung (22,3 Mio. Euro) minderte den Umsatz, während separate, SMA selbst betreffende Zollrückerstattungen (18,6 Mio. Euro) das EBITDA positiv beeinflussten. Finanzvorstand Kaveh Rouhi wertet die frühzeitige Rückerstattung neben der Dollar-Kursentwicklung als einen Faktor, der zentrale Risiken für das Unternehmen seit Jahresbeginn reduziert habe.

Prognose für 2026 angehoben

Der Vorstand hatte die Jahresprognose bereits am 16. Juli 2026 angehoben: Für den Umsatz erwartet SMA nun 1,625 bis 1,725 Mrd. Euro (2025: 1,516 Mrd. Euro), für das EBITDA 180 bis 230 Mio. Euro (2025: −65,4 Mio. Euro). Laut Unternehmen spiegelt dies den Rückgang zu Jahresbeginn bestehender Risiken sowie verbesserte Rahmenbedingungen in beiden Divisionen wider.

Reinert erklärte zur Geschäftsentwicklung: "Mit einem Umsatz von rund 709 Mio. Euro vor Zollrückerstattungen und einem Auftragsbestand von 1,75 Mrd. Euro haben wir uns in diesem Umfeld gut behauptet."

Quelle: IWR Online

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