21.09.2015, 16:14 Uhr

Solarenergie: Brasilien erlaubt Qualitäts-Nachweise durch ausländische Institute

Köln - Hersteller von Photovoltaik-Modulen, Wechselrichtern oder Komponenten für solarthermische Anlagen, die ihre Produkte nach Brasilien exportieren wollen, müssen mehr leisten, als die international üblichen Normen verlangen. Unter anderem muss für diese Produkte auch eine Mindesteffizienz nachgewiesen werden.

Darauf weist nun der TÜV Rheinland hin. Die Effizienz von Modulen, Wechselrichtern, Kollektoren und Batterien muss durch ein akkreditiertes Labor verifiziert werden, sonst bleibt der Wachstumsmarkt in Südamerika verschlossen. Doch eine Vereinfachung lassen die Behörden des Landes inzwischen zu. Die Qualitätsnachweise müssen nicht mehr zwangsweise von brasilianischen Instituten stammen.

Brasilien will keine schlechte Solarenergie-Ware

"Brasilien investiert massiv in Solarenergie und will gleichzeitig minderwertige Qualitäten ausschließen", erklärt Jörg Althaus, Experte von TÜV Rheinland. Im Leitfaden der Handelskammer von Rio de Janeiro seien für den Importprozess von Solarkomponenten zwei wesentliche Punkte zu beachten: Der Import darf erstens nur zu einer von der brasilianischen Finanzbehörde registrierten Firma erfolgen, deren Gesellschaftsvertrag den Handel und Vertrieb der Produkte enthält. Zudem müssen die die Produkte neben der Erfüllung international gültigen Bauart- und Sicherheitsstandards auch eine Mindesteffizienz aufweisen. Dies betrifft laut TÜV Rheinland Module, Wechselrichter, Kollektoren und Batterien. Die Effizienz muss durch ein akkreditiertes Labors nachgewiesen werden. "Obwohl es sich um Energieerzeuger oder Wandler handelt, wird ein Energieeffizienzlabel ähnlich dem bei Kühlschränken üblichen vergeben", sagt Althaus. Ware mit einem schlechten Wirkungsgrad dürfe nicht eingeführt werden.

TÜV Rheinland derzeit einziger akkreditierter Solarprodukt-Prüfer

Zuständig für die Akkreditierung der Labore in Brasilien ist das nationale Institut für Metrologie, Qualität und Technologie Inmetro. Bislang wurden nur Ergebnisse von z.B. Universitätslaboren in Brasilien zugelassen. Neu ist nun, dass sich auch Labore außerhalb Brasiliens akkreditieren lassen können. Das TÜV Rheinland ist nach eigenen Angaben derzeit das einzige Prüfunternehmen, das die Anerkennung für PV-Module, Wechselrichter und solarthermische Komponenten erhalten hat. „Durch die Anerkennung für den brasilianischen Markt können wir die logistischen Abläufe für unsere Kunden deutlich vereinfachen“, so Althaus. Der Importeur muss an seinen Antrag nur die durch die Experten von TÜV Rheinland erstellten zweisprachigen Prüfberichte anhängen. Der Importgenehmigung steht in diesem Punkt dann nichts mehr im Weg. Bei Bedarf kann TÜV Rheinland durch seine Niederlassung in Brasilien auch vor Ort unterstützen.

Solarthermie-Markt Brasilien boomt seit 2010

Seit Juli 2014 gilt laut TÜV Rheinland zudem die Zertifizierungspflicht für Solarkollektoren. TÜV Rheinland Brasilien wurde von Inmetro akkreditiert, die Zertifizierung von Warmwasseraufbereitungsanlagen bis zu 1.000 Liter durch Solarenergie sowie ähnliche Systeme und Solarkollektoren für Bäder und Pools durchzuführen. Dazu wird ein Audit im entsprechenden Fabrikationsort durchgeführt und das Qualitätsmanagement ausgewertet. Gekennzeichnete Prüfmuster werden von TÜV Rheinland ins Labor zur Prüfung gegeben. Der Markt für Warmwasser-Anlagen durch Solarenergie in Brasilien wächst laut TÜV Rheinland seit 2010 um jährlich rund 15 Prozent.

Quelle: IWR Online

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