Tesla: Absatzzahlen, Kommentare und Europa-Fabrik
Münster – Nach der Vorstellung des neuen Mittelklasse-Modells "Model 3" hält der US-Elektroauto-Pionier Tesla die Öffentlichkeit über die Zahl der Vorbestellungen auf dem Laufenden. Diese Zahlen beziehen sich auf ein Auto, dessen Massenproduktion frühestens Ende 2017 beginnen soll. Zu Beginn dieser Woche hat Tesla auch über die tatsächlichen Auto-Auslieferungen in der jüngeren Vergangenheit berichtet.
Demnach hat Tesla in den ersten drei Monaten 2016 insgesamt knapp 15.000 Autos ausgeliefert: 12.420 Autos des Typs "Model S" und weitere 2.400 "Model X". Tesla erklärte, damit bleibe man auf dem Weg, im Gesamtjahr 2016 zwischen 80.000 und 90.000 Autos insgesamt zu liefern.
Tesla räumt Probleme ein und bestätigt Jahresguidance
Doch Tesla räumte auch Probleme ein: Engpässe bei einem Lieferanten hätten im Januar und Februar länger angedauert als gedacht, dies betreffe vor allem das Model X. Nach der Auflösung der Engpässe sei die Produktion des Elektor-SUV jedoch "dramatisch" verbessert worden. In der letzten Märzwoche habe man 750 Model X produziert. Da man nun wieder im Plan sei, bestätige man die Jahresguidance.
Kommentare aus Deutschland: Zweifel sind erheblich
Tesla hatte am 31.März (Donnerstag) das neue Model 3vorgestellt, das im Gegensatz zu den Vorgängermodellen deutlich günstiger angeboten werden soll und damit breitere Käuferschichten anspricht. Die Vorbestellungs-Zahlen sind beachtlich: Innerhalb von 24 Stunden seien es 180.000 gewesen, bis zum darauffolgenden Samstagabend (02.04.2016) 276.000 Bestellungen. Doch die Kommentare zum Hype rund um die Präsentation des neuen Modells fallen oft kritisch aus. Die Süddeutsche Zeitung titelt mit "Wer Tesla glaubt, ist selber schuld" und spielt auf eine Reihe von nicht eingehaltenen Versprechungen und Terminen an. Bei "Der Aktionär" wird ein krasser Vergleich angestellt: Es geht um die Ankündigung von Tesla-CEO Elon Musk, im Jahr 2020 insgesamt 500.000 Autos zu bauen. Laut "Der Aktionär" könne auch jeder behaupten, "im nächsten Jahr den Weltrekord im 100-Meter –Lauf zu brechen." Die Überschrift beim Aktionär lautet: "Tesla Motors: Die Kapitalerhöhung wird wohl kommen".
Tesla-Fabrik auf Atomkraftwerks-Gelände
Die neueste Nachricht um Tesla betrifft eine mögliche Produktionsstätte in Europa. Berichten zufolge habe die französische Umweltministerin Ségolène Royal vorgeschlagen, dass Tesla doch eine Fabrik in Frankreich bauen solle. Den Standort nannte gleich auch: Ideal sei das Gelände des Atomkraftwerks Fessenheim im Elsass. Das älteste noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerk Frankreichs soll in Kürze vom Netz gehen.
In den Niederlanden montiert Tesla bereits jetzt das Model S aus den Teilen, die im Stammwerk im kalifornischen Fremont gefertigt wurden. Das niederländische Tesla-Werk befindet sich in Tilburg und ist die erste Autofabrik in Europa mit eigener Indoor-Teststrecke. Die Teststrecke sei die letzte Etappe für das Model S, um sicherzustellen, dass die Qualitätsmaßstäbe von Tesla bei jedem Fahrzeug eingehalten werden.
Quelle: IWR Online
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