05.06.2014, 12:12 Uhr

Vestas will in Brasilien aufholen

Aarhus, Dänemark - Der Windenergiemarkt Brasilien lockt mit enormen Potenzialen. Das sieht auch der dänische Windenergieanlagen(WEA)-Hersteller Vestas so, der dort bereits seit 2000 tätig ist. Um in einem der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt zusätzliche Anteile zu erobern, setzen die Dänen nun auf eine neue Strategie.

Ende 2013 waren in Brasilien knapp 3.500 Megawatt (MW) Windenergieleistung installiert. Vestas hat davon nach eigenen Angaben über 600 MW installiert. Aufträge für weitere 1.000 MW liegen vor. Doch ein europäischer Konkurrent hat in Brasilien derzeit noch die Nase vorn: Gamesa verfügt aktuell bereits über Aufträge im Umfang von 1.400 MW.

Vestas investiert rund 32 Mio. Euro

Der Ausbau der Windenergie soll nach dem Willen der Regierung in Form von Ausschreibunge weiter forciert werden. Bis 2018 sollen jährlich etwa 2.000 Megawatt (MW) neue Windenergieleistung hinzukommen. Der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung soll von derzeit drei Prozent bis zum Jahr 2022 auf fast zehn Prozent ansteigen.

Vor diesem Hintergrund wird der dänische Windenergie-Konzern Vestas seine Anstrengungen in Brasilien mit einer neuen Roadmap für profitables Wachstum in diesem Markt erhöhen. Das Unternehmen wird zu diesem Zweck bis zu 100 Millionen brasilianische Real (etwa 32 Mio. Euro) investieren, um insbesondere den Anforderungen an die lokale Wertschöpfung in Brasilien gerecht zu werden.

Brasilien legt Wert auf lokale Wertschöpfung

Diese Anforderungen an die lokale Wertschöpfung werden von der Brazilian Development Bank (BNDES) in einem Kodex mit dem Titel FINAME II festgelegt. Vestas plant, 70 Prozent der Naben- und Gondel-Produktion für die 2-MW-Turbine in einer Fabrik bei Fortaleza im nordöstlichen Bundesstaat Ceará umzusetzen. Die Produktionskapazitäten sollen 400 MW pro Jahr erreichen und könnten sogar bis auf 800 MW pro Jahr ausgeweitet werden. Die Rotorblätter und der Türme werden ebenfalls von lokalen Quellen bezogen, um die Anforderungen zu erfüllen.

Jean-Marc Lechêne, Vestas Vizechef für die Bereiche Produktion und Beschaffung ist erfreut, die Pläne zur Erweiterung der Produktion und des Betriebs in Brasilien zu verkünden. Brasilien sei einer der am stärksten umkämpften und am schnellsten wachsenden Märkte weltweit. Man sei zufrieden, dass man die Bedingungen der lokalen Wertschöpfung durch die Investitionen erfüllen könne. So werde sich Vestas als Schlüssel-Unternehmen in Brasilien positioniere, erklärte Lechêne.

Bis zu 1.800 neue direkte und indirekte Jobs

Vestas will an den im Jahr 2014 anstehenden Ausschreibungen für Windenergie-Projekte teilnehmen. Durch die geplante Ausweitung der Produktion erwartet das Unternehmen, dass bis zu 300 direkte Jobs in Brasilien entstehen könnten. Hinzu kämen in den nächsten Monaten geschätzte 1.500 indirekte Stellen, nicht zuletzt aufgrund der Option, weitere Märkte in Lateinamerika von Brasilien aus zu bedienen. Vestas hat seine Pläne gestern (04.06.2014) veröffentlicht. Im Handel am Mittwoch legte das Wertpapier um knapp vier Prozent zu. Im Börsenhandel am Donnerstag sinkt der Titel bislang um 0,4 Prozent auf 39,15 Euro (Stand 12:03 Uhr).

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