20.03.2026 13:47 Uhr

EU setzt auf Kern- und Fusionsforschung

EU setzt auf Kern- und Fusionsforschung:Euratom-Arbeitsprogramm 2026-2027 startet mit Fokus auf SMR-Strategie


© EU Kommission

Brüssel - Nach der Einstufung der Verringerung des Kernenergieanteils in Europa als strategischen Fehler durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Rahmen des Kernenergie-Gipfels in Paris, rückt die Europäische Kommission nukleare Technologien nun auch im Rahmen der Förderung in den Fokus.

Mit dem neuen Euratom-Arbeitsprogramm für Forschung und Ausbildung 2026-2027 will die EU ihre Energieunabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Führungsrolle im Nuklearbereich ausbauen.

Das Programm ergänzt Horizont Europa, das zentrale EU-Forschungs- und Innovationsprogramm, und soll gleichzeitig die langfristigen Klimaziele der Union unterstützen, indem es Kernenergie als CO2-arme Technologie fördert, die gemeinsam mit erneuerbaren Energien zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit beitragen soll. Das Programm unterstützt damit auch die SMR-Strategie der EU.

Im Fokus steht die Förderung der Fusionsenergie. Laut Kommission sollen 222 Millionen Euro in die „Förderung der Fusionsenergie von den Laboratorien zum Stromnetz“ fließen. Geplant ist die Einrichtung einer europäischen öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) für Fusionsenergie sowie die Unterstützung aufstrebender Fusions-Start-ups durch den Europäischen Innovationsrat.

Auch die Kernspaltung soll gestärkt werden: 108 Millionen Euro sollen in die Bereiche sichere Abfallentsorgung, Strahlenschutz, Innovationen bei Kernmaterialien und die Sicherheit bestehender und moderner Kernkraftwerke investiert werden. Zusätzlich fördert das Programm die Nuklearmedizin und die Autonomie der EU bei der Bereitstellung von Isotopen für neue Therapien.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung nuklearer Talente, sowohl im Bereich Fusionsenergie als auch im gesamten Nuklearbereich. Gefördert wird dies unter anderem durch Marie-Sklodowska-Curie-Stipendien, den offenen Zugang zu über 230 Forschungseinrichtungen in der EU und die Integration ukrainischer Nuklearforscher in den Europäischen Forschungsraum.

Mit dem Euratom-Programm will die EU ihre Strategien für CO2-Neutralität und saubere Industrie, die Strategie für kleine modulare Reaktoren (SMR) sowie die langfristige Fusionsstrategie unterstützen. Präsidentin von der Leyen hatte die Prioritäten auf dem Kernenergiegipfel am 10. März in Paris vorgestellt.

Quelle: IWR Online
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Euratom Arbeitsprogramm 2026-2027, Kernenergie EU, Fusionsenergie, kleine modulare Reaktoren SMR, Nuklearforschung EU, Horizont Europa, Fusions-Start-ups