15.07.2022 13:01 Uhr

Windenergie und Artenschutz

Windenergie und Artenschutz:Phantomvogel blockiert Bau des NRW-Windparks Himmelreich


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Düsseldorf - Friedrich Merz hat auf Einladung des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE NRW) und der Betreiber den Windpark Marsberg-Meerhof besucht und sich über die Technik und Leistungsfähigkeit moderner Windenergieanlagen informiert. Der LEE hat den CDU-Bundesvorsitzenden bei dieser Gelegenheit auf die Folgen eines aus Verbandssicht überzogenen Artenschutzes für den Windkraftausbau aufmerksam gemacht.

Der Windpark Marsberg-Meerhof grenzt nämlich direkt an die Flächen des geplanten und bereits genehmigten Windparks Himmelreich an. Bei diesem Vorhaben sollten bereits Ende 2016 elf Windenergieanlagen mit einer jährlichen Stromproduktion von 110 Mio. Kilowattstunden in Betrieb sein. Realisiert wurden an dem Standort bis dato aber nur zwei halbfertige Türme, sechs Fundamente sowie eine einzige betriebsbereite Anlage. Aufgrund eines Beschlusses des Verwaltungsgerichtes Arnsberg konnte diese nach einer Klage des NABU NRW Anfang 2017 jedoch nicht ans Netz gehen.

In die Warteschleife geschickt wurde der Windpark durch den Mornellregenpfeifer, einen Steppenvogel, der bei seinem Herbstzug Beobachtungen zufolge unter anderem auf Flächen und Wiesen entlang der Bundeautobahn A44 rasten soll. „In unserem geplanten Windpark vermuten die Behörden möglicherweise mehr als 10 rastende Tiere, die sich dort wenige Stunden oder Tage aufhalten könnten“, so Betreiber Michael Flocke, der nach LEE-Angaben bereits rund 13 Mio. Euro in das Projekt investiert hat. Daher habe das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) das Gebiet zu einem „Schwerpunktvorkommen“ deklariert. Definitiv nachgewiesen sei diese Zahl bis heute nicht, obwohl unabhängige Gutachter jährlich Kartierungen in dem Gebiet vorgenommen hätten - und das seit mehr als zehn Jahren, so Flocke, der deshalb auch von einem „Phantomvogel“ spricht.

Mit Blick auf die jüngste Novelle des EEG, nach der der Ausbau der Erneuerbaren Energien nunmehr im überragenden öffentlichen Interesse steht, müsse dies auch für den Windpark Himmelreich gelten, so Flocke weiter. „In einer Situation, in der wir jede Kilowattstunde aus Erneuerbaren Energien dringend brauchen, darf ein überzogener Artenschutz den Windenergieausbau nicht länger verzögern, geschweige denn verhindern“, unterstreicht LEE-Geschäftsführer Christian Mildenberger. „Der CDU-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion konnte hier sehen, wie der Artenschutz den Windenergieausbau nicht nur ausbremsen, sondern auch Investitionsruinen hinterlassen kann. Deshalb muss das Bundesnaturschutzgesetz dringend angepasst werden“, fordert Mildenberger.

Quelle: IWR Online
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Themen
Energiewende, Windenergie, Artenschutz, Windenergie-Ausbau, Bundesnaturschutzgesetz, LEE NRW, NABU