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23.06.2020, 13:18 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Baustart für innovativen NRW Windpark

Coesfeld - In Coesfeld ist gestern (22.06.2020) der offizielle Startschuss für den Beginn der Bauarbeiten für einen der leistungsstärksten Windparks in ganz NRW gefallen. Frühzeitige Bürgerbeteiligung und die enge Einbindung lokaler Partner schaffen dabei große Akzeptanz - ohne pauschalen Mindestabstand.

Zusammen mit den Projektpartnern haben der Bürgermeister der Stadt Coesfeld und seine Amtskollegin von der Stadt Borken den symbolischen ersten Spatenstich für die Fundamente von 13 Windenergieanlagen von Siemens Gamesa im Windpark Coesfeld Letter Bruch vorgenommen. Das Projekt hat aus Sicht des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE NRW) Vorbildcharakter, weil es gelungen ist, einen großen Windpark mit großer Akzeptanz und ohne Pauschalabstand umzusetzen.

Enge Zusammenarbeit der Projektbeteiligten ermöglicht effiziente Kostensteuerung
Mit einer Gesamtleistung von 52,8 MW gehört der Windpark Coesfeld Letter Bruch zu einem der größten Windenergieprojekte, die derzeit in Nordrhein-Westfalen realisiert werden. Das Projekt besteht aus insgesamt 13 Siemens Gamesa Windenergieanlagen (WEA), davon 12 WEA vom Typ SWT DD 142 und 1 Anlage vom Typ SWT 3.6-130. Pro Jahr sollen die 13 Windenergieanlagen genug Windstrom produzieren, um rein rechnerisch rd. 36.000 Drei-Personen-Haushalte bilanziell zu versorgen. Bei neun der 13 Anlagen kommen Hybridtürme der neuesten Generation zum Einsatz. Die Betonkomponenten der Türme sowie die Fundamente kommen von der Max Bögl Wind AG, Marktführer bei der Herstellung von Hybridtürmen. Siemens Gamesa liefert die Turbinen sowie die Stahlkomponenten. SL NaturEnergie übernimmt die Projektsteuerung für die Errichtung der Hybridtürme. Die Inbetriebnahme des Windparks ist bis Frühjahr 2021 geplant.

Diese Art der Kooperation und der Aufgabenteilung zwischen Turbinenhersteller, Projektentwickler und Turmlieferant wurde neu entwickelt und erlaubt eine effiziente Kostensteuerung. „In den vergangenen Jahren haben wir die Kosten der Windenergie durch technische Innovationen und effiziente Projektabwicklung deutlich gesenkt. Das Projekt in Coesfeld zeigt, wie sich durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Zulieferern und Projektentwicklern auch an anspruchsvollen Standorten rentable Windparks realisieren lassen,“ so Gunnar Liehr, Leiter Sales and Marketing Onshore für Deutschland bei Siemens Gamesa. „Wir freuen uns, dass es gemeinsam mit SL NaturEnergie und der Max Bögl Wind AG gelungen ist, ein solches Großprojekt in Deutschland auf den Weg zu bringen und so das große Potenzial der Windenergie in Deutschland aufzuzeigen.“

Große Akzeptanz für Leuchtturmprojekt im Münsterland
Die Anlagen des Windparks Coesfeld Letter Bruch werden von den im Emergy-Verbund organisierten Stadtwerken Coesfeld und Borken, der Bürgerenergiegesellschaft Letter Wind GmbH der örtlichen Flächeneigentümer sowie SL NaturEnergie als „Windpark Coesfeld Letter Bruch GmbH & Co. KG“ gemeinsam betrieben. Damit bleibt die Wertschöpfung direkt in der Region. Damit bleibt die Wertschöpfung direkt in der Region.

Das Projekt wurde von Anfang an in enger Zusammenarbeit mit Bürgerschaft, Gemeinden sowie dem lokalen Stadtwerkeverbund Emergy geplant und trifft auf hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Um diejenigen an der Wertschöpfung durch die Windenergieanlagen teilhaben zu lassen, die die Klimaziele unterstützen und sich damit für zukünftige Generationen einsetzen, sei es von Beginn an ein Anliegen gewesen, dass sich Realisierungspartner aus der Region zusammenfinden und sich auch Bürgerinnen und Bürger an den Windenergieanlagen beteiligen können, so Coesfelds Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender der Emergy Gesellschafterversammlung, Heinz Öhmann. Sie freue sich sehr, dass sich auch die Stadt Borken über den Emergy-Verbund an dem für die gesamte Region so wichtigen Projekt im Westmünsterland haben beteiligen können. Es handele sich dabei um ein gutes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit, ergänzt Mechtild Schulze Hessing, Bürgermeisterin der Stadt Borken und Vorsitzende der Emergy Gesellschafterversammlung.

„Bei diesem Projekt zeigen alle Beteiligten vorbildlich, wie es gelingen kann, einen großen Windpark mit großer Akzeptanz und ohne Pauschalabstand ans Netz zu bringen. Die Abstände ergeben sich wie immer schon aus der gutachterlich gestützten Baugenehmigung. Die Akzeptanz aber ergibt sich aus der frühzeitigen Beteiligung der Menschen vor Ort und einer finanziellen Beteiligung der Gemeinden, so der LEE-NRW Vorsitzende Reiner Priggen über das Projekt.


Quelle: IWR Online
© IWR, 2020


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