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08.06.2012, 16:53 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Börsen-Strompreise sinken trotz Atomausstieg auf breiter Front

Münster – Nach der Ankündigung des Atomausstiegs im letzten Jahr sind die Strompreise an der Börse in Deutschland zunächst in die Höhe geschossen. Experten warnten nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit Blick auf die Entwicklung an der Börse vor einem massiven Anstieg der Strompreise wegen des Wegfalls der billigen Kernenergie. Auch der Import des preiswerten Atomstroms aus Frankreich würde zunehmen. Tatsächlich sind vor einem Jahr die Preise für deutschen Grundlaststrom von Februar 2011 bis März 2011 zunächst um rd. 7 Prozent auf 5,45 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gestiegen. Im Mai 2011 mussten 5,68 ct pro kWh an der Börse in Leipzig bezahlt werden.

Ein Jahr später: Börsen-Strompreise um 30 Prozent gegenüber Vorjahr gesunken
Während die Medien unermüdlich über eine Mehrbelastung der Bürger durch steigende Strompreise wegen der Energiewende und dem zunehmenden Einsatz erneuerbaren Energien berichten, ist der starke Preisrückgang an der Börse kein mediales Thema. Ein Jahr nach Fukushima sind die Preise an der Strombörse tatsächlich aber kräftig ins Rutschen gekommen. Ursache ist der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien, der die Strompreise immer stärker purzeln lässt. Im Mai 2012 musste für den deutschen Grundlaststrom im Durchschnitt 3,9 ct/kWh bezahlt werden, das sind immerhin 31 Prozent weniger als vor einem Jahr (Mai 2011: 5,68 ct/kWh).
Auch im April 2012 war der deutsche Börsen-Strom über 15 Prozent billiger als vor einem Jahr. Und das, obwohl im April 2012 neben den acht bereits stillgelegten Atomkraftwerken zeitweise bis zu vier weitere Kernkraftwerke gleichzeitg in Deutschland teils wegen Revision, teils wegen Störungen, vom Netz waren und keinen Strom produziert haben. Dass im April teilweise nur noch fünf der ursprünglich 17 Atomkraftanlagen in Deutschland Strom produziert haben und die Stromversorgung unter Einsatz erneuerbarer Energien dennoch funktioniert hat, darüber wurde in den einschlägigen Medien bisher nicht berichtet.

Strom ist 2012 in Deutschland billiger als in Frankreich
Nimmt man den Börsen-Strompreis als Maßstab, dann waren die Strompreise in Frankreich in sehr vielen Monaten des Jahres 2011 niedriger als in Deutschland. Im Jahr 2012 lagen die Strompreise in Frankreich bisher in jedem Monat über denen in Deutschland. Besonders ausgeprägt war die Preisdifferenz im Monat Februar 2012. Während der deutsche Strom im Mittel für 5,5 ct/kWh zu kaufen war, musste in Frankreich im Monatsmittel trotz der vielen Atomkraftwerke 8,3 ct/kWh bezahlt werden. Von Januar bis Mai 2012 war der deutsche Strom im Vergleich zu französischem Börsenstrom um 13,6 Prozent günstiger. Gemerkt hat es der Verbraucher bisher nicht.

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© IWR, 2012







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