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04.04.2013, 11:30 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

Verbraucher-Schützer Krawinkel knöpft sich Offshore-Windenergie vor

Münster/Berlin – Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat derzeit die Offshore-Windenergie im Visier. Der vzbv-Energieexperte Holger Krawinkel hat Inhalte einer aktuellen, aber derzeit noch nicht veröffentlichten Analyse bekannt gegeben. Demnach würde sich der Bau von Offshore-Windparks im Meer zunehmend als ökonomischer und technologischer Irrläufer herausstellen. Allenfalls in Küstennähe werde sich die Nutzung von Seewind auf internationaler Ebene durchsetzen, erklärte Krawinkel. Die Bundesregierung will bis 2030 etwa 25.000 Megawatt(MW) Windenergieleistung offshore installieren. Krawinkel fordert hingegen den Ausstieg aus der Offshore-Windenergie. Je schneller der Ausstieg umgesetzt werde, umso geringer seien die negativen Folgen und Zusatzkosten, so der Energieexperte.

Krawinkel zur Solarenergie: Herkunft der Module zweitrangig

Holger Krawinkel achtet bei der deutschen Energiepolitik seit Jahren insbesondere auf die Strompreisentwicklung und ist auch in der Regenerativen Energiewirtschaft bekannt. Der Fachbereichsleiter Bauen, Energie, Umwelt beim vzbv hat sich immer wieder in den Medien vor allem dann zu Wort gemeldet, wenn aus seiner Sicht der Ausbau der erneuerbaren Energien eine für ihn zu hohe Belastung für die Verbraucher darstellt. Für Krawinkel sind die Solarenergie und die Offshore-Windenergie die derzeit teuersten Technologien. Im Bereich der Solarenergie fordert Krawinkel regelmäßig geringere Einspeisevergütungen. Ob die Solarmodule dabei aus Deutschland oder aus China kommen, ist für Krawinkel zweitrangig. Die Frage der Modulherstellung sei völlig unabhängig vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu sehen, erklärte der Energieexperte im Februar 2012 in einem Interview. Die Ursache für die günstigeren Solarmodule liegt seiner Ansicht nach auch in veralteten Produktions-Anlagen der deutschen Modul-Hersteller. Themen wie unerlaubte Subventionen, Dumping in China, EEG-Ausnahmen und Förderung der Großabnehmer, die hohen Milliarden-Gewinne der Stromversorger, technologische Industriepolitik sowie Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche sparte Krawinkel dabei regelmäßig aus.

Stimmungsrotation gegen erneuerbare Energien
Hatte Krawinkel zunächst die Photovoltaik als teuerste regenerative Energietechnik ausgemacht und den Ausbau öffentlich kritisiert, so ist für den vzbv-Fachbereichsleiter nun als nächstes die Offshore-Windenergieiner als die nächst teure regenerative Energiequelle an der Reihe. Konsequenterweise fordert Krawinkel auch hier den Ausstieg aus der Offshore-Windenergie. Wann diese Rotation und bei welcher Energietechnik endet (irgendeine Technik ist immer die relativ teuerste), ist nicht absehbar. Krawinkels Kritik ist offensichtlich vor allem und im Kern darauf ausgerichtet, den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland insgesamt auszubremsen.


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