15.08.2014, 11:30 Uhr

Rekord: Weltweiter CO2-Ausstoß steigt 2013 erstmals auf über 35 Milliarden Tonnen

Münster – Der globale CO2-Ausstoß hat auch im Jahr 2013 wieder ein neues Rekordniveau erreicht. Damit hält der Wachstumstrend der Vorjahre weiter an, eine Trendwende beim internationalen Klimaschutz ist nicht in Sicht.

Mit 35,1 Mrd. t wurden weltweit rd. 670 Mio. t Kohlendioxid mehr aus fossilen Energieträgern in die Atmosphäre emittiert als im Vorjahr (2012: rd. 34,4 Mrd. t), teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit.

Allnoch: CO2-Peak und Wendepunkt der Emissionen noch nicht in Sicht

Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009 (31,1 Mrd. t) sind die CO2-Emissionen weltweit jedes Jahr gestiegen. Erstmals wurde im Jahr 2013 die Marke von 35 Mrd. t überschritten. „Der jährliche Anstieg ist scheinbar unaufhaltsam, das Jahr mit dem globalen CO2-Peak und damit der Wendepunkt noch nicht absehbar“, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Die Entwicklung untermauert das IWR-Trendszenario aus dem Jahr 2012, wonach die weltweiten CO2-Emissionen auf über 40 Mrd. t bis zum Jahr 2020 zunehmen können (1990: 22,7 Mrd. t).

Emissionsranking: China einsam an der Spitze

Das CO2-Länderranking 2013 führt China mit 9,5 Mrd. t (2012: 9,1 Mrd. t) vor den USA mit 5,9 Mrd. t (2012: 5,8 Mrd. t), Indien mit 1,9 Mrd. t (2012: 1,8 Mrd. t) und Russland mit 1,7 Mrd. t (2012: 1,7 Mrd. t) an. Auf Platz fünf folgt Japan mit 1,4 Mrd. t (2012: 1,4 Mrd. t) vor Deutschland mit 0,84 Mrd. t (2012: 0,82 Mrd. t). Das IWR hat die energiebedingten CO2-Emissionen für 65 Länder berechnet (www.cerina.org/co2-2013).

Hintergrundinfos

Im Jahr 2015 soll in Paris als Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbart werden, das 2020 in Kraft treten soll. Der aktuelle globale CO2-Trend zeigt, dass der jährliche CO2-Emissionszuwachs (ca. 400 bis 800 Mio. t) noch unvermindert anhält. Um diesen jährlichen Anstieg durch den Einsatz regenerativer Energietechniken zu kompensieren, sind nach IWR-Berechnungen weltweite Investitionen in Höhe von 560 Mrd. Euro jährlich notwendig. Ein Investitionsmodell wie der CERINA-Plan (CO2 Emissions and Renewable Investment Action Plan, (www.cerina.org) könnte den Klimaschutz in den Ländern eher mobilisieren und den jährlichen CO2-Zuwachs kompensieren, als ein Begrenzungsansatz mit Strafen bei Nichteinhaltung der vereinbarten CO2-Minderungsziele.

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