20.05.2026, 16:58 Uhr

Finale Investitionsentscheidung: Plug Power liefert Elektrolyseure für industrielle Dekarbonisierung in Großbritannien - Aktie gibt nach


© Plug Power

Slingerlands (USA) - Der Ausbau industrieller Wasserstoffprojekte in Europa gewinnt weiter an Dynamik. In mehreren Ländern entstehen Vorhaben zur Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff für industrielle Anwendungen. Dabei kommen zunehmend großskalige Elektrolysetechnologien zum Einsatz, unter anderem von Anbietern wie Plug Power.

Plug Power ist an mehreren Wasserstoffprojekten in Großbritannien beteiligt und liefert Elektrolyseure für diese Vorhaben. Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter von Wasserstofftechnologie für industrielle Anwendungen. Die im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelistete Plug Power-Aktie gibt im heutigen Handel nach und steht aktuell mit einem Minus von 1,23 % bei 2,808 Euro.

Finale Investitionsentscheidung für britisches Wasserstoffprojekt Barrow

Das 30-Megawatt-Projekt „Barrow Green Hydrogen“ im britischen Barrow-in-Furness hat die finale Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) erreicht. Damit kann die Umsetzung der industriellen Wasserstoffproduktionsanlage beginnen. Entwickelt wird das Projekt von der Green Hydrogen Energy Company (GHECO), einem Joint Venture von Schroders Greencoat und Carlton Power. Das US-Wasserstoff- und Brennstoffzellenunternehmen Plug Power liefert für das Projekt Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung von 30 MW und übernimmt damit die zentrale Technologiekomponente für die Wasserstofferzeugung.

Die Anlage ist ein zentraler Baustein der britischen Wasserstoffstrategie und wird durch das staatliche „Hydrogen Business Model“ im Rahmen von HAR1 unterstützt. Nach Inbetriebnahme soll das Projekt als Referenz für die industrielle Nutzung von grünem Wasserstoff in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren dienen.

Industrieanwendung bei Kimberly-Clark und neue Energieverträge

Der erzeugte Wasserstoff soll hauptsächlich an den Produktionsstandort von Kimberly-Clark in Barrow geliefert werden. Dort werden Produkte wie Andrex und Kleenex hergestellt. Nach Angaben der Projektpartner soll die Anlage jährlich rund 100 GWh grünen Wasserstoff liefern. Dadurch könnte der Erdgasverbrauch am Standort um bis zu 50 Prozent sinken, verbunden mit einer CO2-Reduktion von rund 18.300 Tonnen pro Jahr.

Parallel wurde ein langfristiger Stromliefervertrag mit SEFE abgeschlossen, der die Versorgung der Elektrolyseure mit erneuerbarer Energie sichern soll. Die Produktion erfolgt über sechs 5-MW-PEM-Einheiten der GenEco-Serie von Plug Power, die mit erneuerbarem Strom Wasserstoff erzeugen.

Das Projekt ist Teil eines größeren Auftrags über insgesamt 55 MW Elektrolyseleistung in drei britischen Projekten (Barrow, Trafford und Langage). Mit der nun erreichten FID wird Barrow als erstes Vorhaben umgesetzt, während die beiden weiteren Projekte noch in der Planungs- und Entscheidungsphase sind.

Skalierung der Wasserstoffstrategie und europäische Expansion

Für Plug Power markiert die Investitionsentscheidung einen weiteren Schritt in der europäischen Expansionsstrategie. Das Unternehmen verweist auf eine globale Projektpipeline von über 2 Milliarden US-Dollar sowie auf Vorhaben in Großbritannien und anderen europäischen Märkten, darunter Spanien.

„Da Barrow nun die FID erreicht hat, verlagern wir unser größtes britisches Projekt von der Zuschlagsphase in die Umsetzung“, sagte Plug-CEO José Luis Crespo. „Dieser Meilenstein spiegelt das anhaltende Vertrauen in unsere GenEco-Elektrolyseur-Technologie und deren nachgewiesene Leistung im großen Maßstab wider.“

Auch die Projektentwickler sehen Barrow als Referenz für die Finanzierung und Strukturierung künftiger Wasserstoffprojekte. Laut Schroders Greencoat kombiniert das Vorhaben staatliche Unterstützung, langfristige Stromabnahmeverträge und industrielle Nachfrage zu einer abgesicherten Infrastrukturinvestition.

Mit dem Projekt wird Barrow-in-Furness zugleich als Standort für die entstehende Wasserstoffwirtschaft in Nordwestengland gestärkt. Die Kombination aus Industrieabnehmer, gesicherter Stromversorgung und Technologiepartner gilt als Blaupause für weitere Wasserstoffprojekte im Vereinigten Königreich.

Quelle: IWR Online

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