25.01.2016, 10:01 Uhr

US-Forscher untersuchen deutschen Erfolg bei Netzintegration von Erneuerbaren

Northbrook, USA – Das US-Forschungs- und Normierungs-Unternehmen Underwriters Laboratories(UL) hat eine Studie durchgeführt, in der die Maßnahmen Deutschlands für den erfolgreichen Anschluss zunehmender Mengen erneuerbarer Energien an die Stromnetze untersucht wurden. Es geht unter anderem auch darum, was die USA von Deutschland lernen können.

Die Ergebnisse sind in einem Weißbuch von UL zusammengefasst, das UL-Chefökonom Dr. Erin Grossi verfasst hat. Die dem Weißbuch zugrundeliegende Studie basiere auf Forschung und Interviews vor Ort. Deutschland sei für Grossi besonders interessant gewesen, da das Land mit seinen aggressiven Zielen bei der Ablöse von Atomkraftwerken durch erneuerbare Energiequellen eine enorme wirtschaftliche Wette eingehe.

USA kann Deutschland beim EE-Ausbau unterstützen

Deutschland hat 2014 beim Gesamtverbrauch erneuerbarer Energien im Stromsektor die Marke von 30 Prozent überschritten und plant bis 2025 landesweit 40 bis 50 Prozent und bis 2050 sogar mehr als 80 Prozent zu erreichen.

Grossi: „Zahlreiche Studien haben die Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland bei Umfang, Politik und bestehender Energieinfrastruktur beleuchtet. Was wir jedoch herausfinden wollten war, warum Deutschland ein so hohes wirtschaftliches Risiko bei erneuerbarer Energie eingeht, warum seine Regierung glaubt, dass sie damit letztlich erfolgreich sein wird, und was die Vereinigten Staaten und andere Märkte dazu beitragen und was sie davon lernen könnten."

Das Weißbuch beschreibt laut UL die allgemeinen Unterschiede zwischen Deutschlands Vorstellungen bei Umwelt und Sicherheit, seinem messerscharfen Fokus auf die Erhaltung der Nachhaltigkeit des Netzes, und der Zunahme seiner virtuellen Kraftwerke, um einige der anspruchsvollsten Herausforderungen zu lösen. Die Studie zeigt jedoch auch, dass es einige weiße Flecken im Energiebereich gibt, derer sich Deutschland annehmen muss, um seine Energieziele zu erreichen. Die Vereinigten Staaten seien gut positioniert, um dabei zu helfen.

Batterien, Transformatoren, Sensoren, Datenanalyse und Normen im Fokus

"Was wir schlussendlich feststellen ist, dass die USA zwar keinen ähnlich aggressiven nationalen Plan für die Transformation ihres Energiemarktes besitzen, das Land jedoch die Heimat von Technologieinnovation und Disruptoren ist, die Deutschland (und andere Länder in der Welt) im Endeffekt zur Unterstützung ihrer Transformationsbemühungen benötigen werden", erklärte Grossi. "Die Innovationen, die wir besonders untersuchten, waren Batteriespeicherung, intelligente Transformatoren, Sensoren und Datenanalyse, sowie damit verbundene Normen."

Das Weißbuch kommt zu dem Schluss, dass eine weltweit erheblich stärker verteilte, widerstandsfähigere und intelligentere Energiezukunft im Laufe des nächsten Jahrzehnts Fuß fassen wird, da sie inzwischen mit den heutigen mechanischen, elektrotechnischen und informationstechnischen Ressourcen technisch realisierbar ist.

Quelle: IWR Online

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