22.09.2016, 08:07 Uhr

Atomkraftwerk Brunsbüttel: Fehler löst Notstrom-Versorgung aus

Brunsbüttel/Kiel – Im abgeschalteten Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel in Schleswig-Holstein hat ein Baugruppenfehler zum Start des Notstromdiesels geführt. Erst vor wenigen Wochen war zudem ein Defekt in der Brandmeldeanlage des AKW festgestellt worden.

Wie nun bekannt wurde, kam es im abgeschalteten Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel am 14. September 2016 zu einem ungeplanten Start des Notstrom-Dieselaggregats.

Reaktorschutzsystem startet Notstromdiesel

In Brunsbüttel ist es zu einem unerwarteten Öffnen eines Leistungsschalters an einem Transformator für die Notstromversorgung gekommen. Daraufhin startete das Reaktorschutzsystem automatisch zwei Notstromdiesel zur Versorgung der betroffenen Notstromschiene. Als Ursache wurde ein Fehler in einer elektronischen Baugruppe (Leittechnikkarte) identifiziert. Die Baugruppe wurde ausgetauscht. Nach anschließendem Testbetrieb wurde die Normalstromversorgung wiederhergestellt.

Brandmeldeanlage im Kühlwasserpumpenhaus defekt

Bereits am 17. August wurde bei einer wiederkehrenden Prüfung festgestellt, dass ein Teil der Brandmeldeanlage gestört war. Dabei handelte es sich um Brandmelder zur Überwachung des Hilfskesselgebäudes und des Kühlwasserpumpenhauses.

Über das AKW Brunsbüttel

Das AKW Brunsbüttel verfügte über eine Nettoleistung von 770 Megawatt (MW). Es wurde von 1970 bis 1976 errichtet und erzeugte bis 2007 Strom, bevor es im Jahr 2011 im Zuge des AKW-Moratoriums nach der Atomkatastrophe von Fukushima endgültig abgeschaltet wurde. Das Kraftwerk befindet sich zu zwei Dritteln in Besitz von Vattenfall und einem Drittel im E.ON-Besitz.

Quelle: IWR Online

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