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09.02.2017, 16:21 Uhr Meldung drucken | Artikel empfehlen

EEG-Konto startet mit dickem Monatsplus ins Jahr 2017

Münster - Das milliardenschwere EEG-Konto mit den Einnahmen und Ausgaben für den Ökostrom aus Solarenergie-, Windkraft-, Bioenergie-, Wasserkraft- und Geothermieanlagen verbucht für den Monat Januar 2017 einen kräftigen Monatsüberschuss.

Auf dem Umlagekonto nach dem Erneuerbare-Energien–Gesetzt (EEG), das von den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland geführt wird, ist für Januar 2017 ein Monatsüberschuss in Höhe von rund 678 Mio. Euro festgestellt worden. Erstmals kommt dabei der seit Anfang 2017 geltende höhere Satz für die EEG-Umlage je Kilowattstunde (kWh) zum Tragen. Dieser ist von zuvor 6,354 auf nun 6,880 Eurocent je kWh angehoben worden.

Ausgaben bleiben auch im Januar gering
Der Überschuss der Einnahmen gegenüber den Ausgaben auf dem EEG-Konto beträgt im Januar 2017 etwa 678 Mio. Euro. das ist der höchste Monatsüberschuss seit Februar 2015 (+696 Mio. Euro). Das Gesamtguthaben auf dem EEG-Konto erreicht damit Ende Januar 2017 einen Stand von rund 3,56 Mrd. Euro. Die Einnahmen sind dabei im Januar im Vergleich zum Vormonat Dezember um etwa fünf Prozent auf 2,21 Mrd. Euro leicht gestiegen (Dez. 2016: 2,18 Mrd. Euro), während die Ausgaben mit 1,54 Mrd. Euro etwas nachgelassen haben (Dez. 2016: 1,56 Mrd. Euro).

Vermiedene Netzentgelte sollen wegfallen – weiterer Belastungsfaktor für EEG-Umlage

Zu den Ausgaben auf dem EEG-Konto zählen vor allem die Vergütungs-Zahlungen an die Betreiber von EEG-Erzeugungsanlagen. Zu den Einnahmen auf dem EEG-Umlagekonto zählen insbesondere die Einzahlungen der EEG-Umlage durch die Stromkunden (rd. 2,05 Mrd. Euro), die Vermarktungserlöse des EEG-Stroms an der Strombörse (rd. 106 Mio. Euro) sowie die vermiedenen Netzentgelte (rd. 61. Mio. Euro). Allerdings plant die Bundesregierung, die vermiedenen Netzentgelte im Rahmen des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes (NEMoG) in den kommenden Jahren schrittweise zu streichen, was die EEG-Umlage weiter in die Höhe treiben wird.

Fehlkonstruktion im EEG-Umlagesystem

Ein weiterer Faktor, der zu einer steigenden EEG-Umlage führt, liegt in der Konstruktion des Umlagesystems. Der nach dem EEG vergütete Strom muss seit 2010 zwangsweise an der Börse verkauft werden, aber nicht als Ökostrom, sondern nur als neutraler "Graustrom". Der EEG-Ökostrom kommt zusätzlich auf den Markt und das führt zu einem gewaltigen Überangebot und sehr geringen Strompreisen. In der Folge schmälern sich auch die Börsenerlöse aus dem EEG-Stromverkauf, was wieder die EEG-Umlage belastet. Hinzu kommt, dass die Belastungen der EEG-Umlage vor allem von Haushalts- und kleineren Gewerbeverbrauchern getragen werden, während die stromintensive Industrie von umfangreichen Rabatten profitiert.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2017

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