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Offshore-WEA in Daenemark, © IWR


Informationen zur Offshore-Windenergienutzung

Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) 

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Internationale und nationale Zielsetzungen


Vor dem Hintergrund der Zielsetzungen zur CO2-Reduktion im Rahmen des Klimaschutzes kommt dem Ausbau der Windenergienutzung eine bedeutende Rolle bei der Erfüllung der jeweiligen Richtziele der Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls zu. Weiterhin sieht die EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energien aus erneuerbaren Quellen (Richtlinie 2009/28/EG) in der EU bis 2020 eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien (Strom, Treibstoffe, Wärme/Kälte) am Bruttoendenergieverbrauch von 20 Prozent vor. Damit gehen für die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten entsprechende Ausbauziele für erneuerbare Energien einher. Neben der Onshore-Windenergie gewinnt auf dem Stromsektor dabei die Offshore-Windenergienutzung an Bedeutung.

Ende 2010 waren in Europa Offshore-Windparks mit einer Leistung von knapp 3.000 MW errichtet. Es zeichnet sich ab, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren weiter fortzsetzt und es europaweit zu einer großflächigen Errichtung von Offshore-Windparks (OWPs) kommen wird.

Windverhältnisse und -potenziale

Im Offshore-Bereich stehen große Flächen mit einem höheren und gleichmäßigerem Windangebot als auf dem Festland zur Verfügung, dadurch können an Offshore-Standorten deutlich höhere Energieerträge erzielt werden als auf dem Festland.

Mittelfristig bis langfristig wird davon ausgegangen, dass ein erheblicher Teil der Stromerzeugung über Offshore-Windparks (OWPs) abgedeckt werden könnte. Für Deutschland beziffert eine Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) das Potential der Windkraft auf See mit ca. 15 % des Stromverbrauchs (Basisjahr 1998) bis zum Jahr 2030, was einer installierten Leistung von 20.000 - 25.000 MW entspräche.

* Windverhältnisse in Deutschland


Umweltaspekte und Flächenverfügbarkeit

Beschränkungen in der Flächenverfügbarkeit ergeben sich im Zusammenhang mit Naturschutzgebieten und ökologisch wertvollen Arealen sowie der Nutzung der Meere durch Schifffahrt, Fischerei und Marine und vor dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Aspekte in Bezug auf die Machbarkeit.


Finanzierung

Die Finanzierung von Offshore Windenergieprojekten ist komplex, interdisziplinär und bedarf eines erheblichen Zeitvorlaufs. Das Finanzierungsvolumen von bis zu über 1 Mrd. Euro ist für einen einzelnen Finanzierer i.d.R. zu hoch. Ziel des im Jahr 2002 gegründeten Offshore Finance Circle (OFC) war es daher, der Finanzbranche eine gemeinsame Diskussionsplattform zu bieten und die Grundlagen für eine Finanzierung großer Offshore-Projekte zu erarbeiten. Die Initiatoren des OFC sind  IWR-Firmennetzwerk-Teilnehmer PricewaterhouseCoopers, MARSH GmbH und die Vereins- und Westbank/HypoVereinsbank. In den insgesamt sechs Expertenrunden konnte sich die Finanzbranche über Fragen zu Netzanschluss und Infrastruktur, Windkraftanlagentechnologie, Gründung, Montage und Parkverkabelung, Windpotenzial-Ermittlung, Recht und Genehmigung, Finanzierung und Versicherung unter der Leitung der beiden Schirmherren Dr. Norbert Allnoch, Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) und Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Internationales Institut für Management der Universität Flensburg, informieren.

Die Finanzkrise hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung von Offshore-Projekten und zur Verzögerung von Projekten beigetragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau startet im Jahr 2011 ein "Sonderprogramm Offshore-Finanzierung" mit einem Kreditvolumen von 5 Mrd. Euro, das zur beschleunigten Realisierung von Offshore-Windparks beitragen soll.


* Zur regenerativen Finanzbranche


Technische Aspekte der Offshore-Windenergie

Netzanbindung
Neben der Anbindung der verschiedenen OWPs und der damit verbundenen Verlegung von Seekabeln muss auch ein Ausbau des Leitungsnetzes in den Küstengebieten erfolgen, um die erzeugten Strommengen aufnehmen und weiterleiten zu können.

Offshore-WEA & Wartung
Nahezu alle Windkraftanlagenhersteller entwickeln derzeit eine neue, größere und damit wirtschaftlichere Offshore-WEA-Generation mit einer Leistung von bis zu 6 MW pro WEA.

Wassertiefe
Im Bereich der in der deutschen AWZ geplanten OWPs sind Wassertiefen von 30 Meter und mehr vorzufinden, was neue Fundament- und Gründungskonstruktionen erforderlich macht. Die Ausbildung eines Offshore-Windenergiemarktes bietet die Chance auf neue Impulse für Industrie und Arbeitsmarkt in strukturschwachen Küstengebieten mit rückläufiger Entwicklung im Fischerei- und Schiffsbausektor. Hersteller, Zulieferer und Planer können mit Projekten in Nord- und Ostsee in hohem Maße Know How und Erfahrungen für die Erschließung weiterer Offshore-Märkte sammeln.

Fundamente
Denkbare Gründungsstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen sind Schwerkraftfundamente, Monopile, Tripod- und Jacket-Strukturen.

* Offshore-Planungsunternehmen
* WEA-Hersteller
* Zulieferer/Technik


Rechtliche Rahmenbedingungen

Hohe See (außerhalb 200 Seemeilen (sm) vom Festland)
Hier unterliegt die energetische Nutzung der dort vorhandenen Ressourcen grundsätzlich keinen nationalen Beschränkungen. Allerdings ist aufgrund der dort herrschenden Bedingungen in absehbarer Zeit nicht mit einer Aufstellung von WEA zu rechnen.

AWZ (ausschließlichen Wirtschaftszone - 12 bis 200 sm Entfernung vom Festland)
Genehmigungsbehörde für OWPs im Bereich der AWZ in Deutschland ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg.

12-sm-Zone (Küstengewässer - bis 12 sm Entfernung vom Festland)
Hier sind die Landes- bzw. Bezirksregierungen der Küstenländer für die Genehmigung von OWPs und auch für die zu verlegenden Kabel der in der AWZ errichteten OWPs zuständig.



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