17.11.2010, 16:03 Uhr

Biogasanlagen in Deutschland ersetzen zwei Atomkraftwerke

Freising - Mit mehr als 1.000 neuen Biogasanlagen war das Jahr 2009 nach den Krisenjahren 2007 und 2008 das bisher erfolgreichste in der Geschichte der energetischen Biogasnutzung. Vieles deutet darauf hin, dass die Entwicklung in 2010 ähnlich verlaufen wird. Dies gab der Fachverband Biogas e.V. bekannt, der damit rechnet, dass zum Jahresende etwa 6.000 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2.300 Megawatt Strom produzieren werden.

Nach Einschätzung von Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., habe das EEG 2009 grundsätzlich die richtigen Akzente gesetzt und dafür gesorgt, dass aus Gülle und Energiepflanzen so viel Strom produziert wird wie in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Brokdorf zusammen. Am Rande der Eurotier in Hannover erklärte Pellmeyer, dass damit bundesweit rund 19.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen worden seien. Die deutschen Biogasunternehmen wären in den letzten 10 Jahren durch das EEG weltweit zu den Technologieführern geworden. Der Exportanteil läge heute bei ca. 23 Prozent des Firmenumsatzes, Tendenz steigend, so Pellmeyer

Das im April 2000 eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird nach einer um ein Jahr verkürzten Gültigkeitsdauer des EEG 2009 am 01.01.2012 in einer novellierten Fassung in Kraft treten. Der Fachverband Biogas hat als Europas größte Biogas-Interessenvertretung ein erstes Positionspapier zur EEG-Überarbeitung verfasst. Er fordert darin eine behutsame Weiterentwicklung des EEG. Wichtige Eckpunkte seien dabei die Beibehaltung des NawaRo-Bonus in seiner jetzigen Höhe sowie eine Entkopplung des Güllebonus vom NawaRo-Bonus, der dann auch von Abfall-Anlagen in Anspruch genommen werden darf.

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